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Christliche Kunstsymbolik Und Ikonographie : Ein Versuch die Deutung und ein besseres Verständniss der kirchlichen Bildwerke des Mittelalters zu erleichtern
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Kirche war seit den frühesten Jahrhunderten reich an Schriftender Art. Die ältesten derselben und schon im zweitenJahrhundert trifft Irenaeus solche Schriften bei den Marcosiernan, vergl. Gieseler I, 63 schmückten die JugendgeschichteJesu mit allerlei Wundern aus und sind als poetische Demon-strationen gegen gnostische Ansichten zu betrachten, die imWiderspruch mit den Lehren der grossen Kirche, behaupteten,die göttliche Natur habe sich erst durch die Taufe mit demMenschen Jesu verbunden; wodurch denn die Geburt undJugendgeschichte Jesu mit der eines jeden Menschen gleich-gestellt war. Erst später folgten ähnliche Zusammenstellungenaus dem Leben der Jungfrau Maria, die sich allerdings zu-nächst an einzelne flüchtige Züge (die bei ein paar Kirchen-vätern der ersten Jahrhunderte Vorkommen) wie um einenfesten Kern anlegen. Im Ganzen haben auch sie mit denselbendogmatischen Controversen zusammen gehangen. Im Abend-lande finden diese apokryphischen Marien-Evangelien zugleichmit den Marienbildern durch den Streit mit arianischen undnestorianischen Ansichten Verbreitung. Vergl. Marienbilder,pag. 125. Weiter öffnet sich der Kreis und nimmt auch denPflegevater Joseph auf, von dem gleichfalls eine alte, ur-sprünglich arabisch geschriebene llistoria Josephi, fabri lig-narii bekannt war. Und wie in jedem apokryphischen Evan-gelium immer irgend ein Keim zu einem neuen lag, so er-weiterten sich diese Legendenkreise bald über S. Annaund ihre Ehemänner, über die Magdalena, die Marien, dieApostel und so fort hinaus, über alle, die sich historischan einander anlehnten. Immer lässt sich noch der ur-sprüngliche erste Kern, um den herum alles Andere an-schloss, erkennen, nicht überall lässt sich Absicht und Zwecknachweisen.

Von dem grössten Einfluss aber sind diese Bearbeitungen