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Christliche Kunstsymbolik Und Ikonographie : Ein Versuch die Deutung und ein besseres Verständniss der kirchlichen Bildwerke des Mittelalters zu erleichtern
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so begieriger aufgenommen worden, als darin zugleich einanderer Sinn Nahrung fand, der durch die ganze Beschaffen-heit der Kirche nur allzu sehr an- und aufgeregt war. Denndie Architectur und besonders die kirchlichen Malereien habendie Neigung für das, was man heut zu Tag die Mystik nennt,nie ausgehen lassen. Nun war aber mit einem Male ein Vor-rath von Mengtraditionen herbei gekommen, die einerseits demerregten Geschmack behagten, die aber auch zugleich nichtwenig geeignet waren, die in der Kirche ferlerbenden höherenGaben, die Geheimlehren und Wunderkräfte anschaulich zumachen; sodann auch gelegentlich manches dunkle,unverständ-liche Bild erklären zu helfen; manche Lücke in der Lebens-beschreibung eines besonders gefeierten Heiligen auszufüllenund endlich jenen Zusammenhang in der Völkertafel, das Ver-hältniss der Heiden und vorchristlichen Völker zur Erlösung,in der Weise darzustellen, die bei den Poeten und Chronistendes Mittelalters so häufig zum Vorschein kömmt u. dgl. m.

So ist zu erklären, wie man die allen, unverständlich ge-wordenen Symbole, mit einem Schein von Auctorität (denn mankonnte griechische Schriftsteller citiren) als Attribute, d. h.als historische Faden auffassen und erklären konnte. So dieUcbertragung einer älteren orientalischen Speculation aufchristliche Ideen und die heiligen Personen; so ist ferner zubegreifen, wie seit den Kreuzzügen, in die Darstellung derPersonen aus der heiligen Familie so manche Elemente miteiniliessen, die ihre Quellen nicht in der heiligen Schrift haben.Apokrypliischer Bücher, aus denen solche Züge entnommen,sind uns mehrere bekannt.*) Die griechisch-morgenländische

*) Neuerdings voitvefTlich bearbeitet in Thilos Codex apocryphnsNor. Test. Lips. 1832, ältere Sammlung: Fabricii Cod. apocr.III Thl. und Bireh anctarimn etc. Hafn. 1804.