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die römische Synode 494 unter Papst Gelasius C »passionesQuirici et Julittw sicut Georgii aliorumque ejusmodi quce abHcereticis perhibentur compositce u ~) ein Decret gegen diese apo-kryphischen (Volks-) Legende gegeben. Aehnliche Censurmass-regeln zu andern Zeiten, in denen aufs ernsteste vor gewissenLegenden, selbst der gefeiertsten Heiligen, gewarnt wurde.Sie sind für uns des eben angedeuteten Vorgangs wegenwichtig; die Kirche musste sie ignoriren oder bekämpfen,welches Letztere zum Theil durch die Kirchenlegende (z. B.in den Breviarien etc.) geschah, aus denen jene missbilligtenVersuche ausgeschieden waren.
Diese Andeutungen müssen genügen das Verhältniss fest—zustellen, welches in den Legenden Christliches und Heidni-sches zu einander haben, und den Vorgang als einen natür-lichen, absichtslosen zu bezeichnen.
Es bleibt uns jetzt übrig, die Frage zu berühren, wie esdoch gekommen sei, dass trotz der Censur, die von Seitender Kirche geübt wurde, so viel Mythisches in die Bilder derspäteren Maler eindringen konnte. Es ist dieses wenigerdarin zu suchen, dass jene Maler selber oder das Publicumnoch an heidnischen Vorstellungen gehaftet hätten, als vielmehrin der grossen Verbreitung der Legenda Auroa. Diesesberühmte Buch war zu einer Zeit entstanden, als die my-stisch theologischen und hierarchischen Ideen bereits alleVerhältnisse des Lebens durchdrungen und eine Weltan-schauung ausgebildet hatten, die sich in allen geistigen Pro-ductionen jener Zeit als der höchste Gipfel und Schluss dieserSpeculationsweise darstellte. Wol mag es aus einer tieferzu fassenden psychologischen Entwickelung zu erklären sein,dass um diese Zeit die Phantasie so mächtig hervorbricht, wiewir es vordem nirgends wahrnehmen können; wir haben eshier nicht weiter zu untersuchen, wir haben nur an den Um-