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Christliche Kunstsymbolik Und Ikonographie : Ein Versuch die Deutung und ein besseres Verständniss der kirchlichen Bildwerke des Mittelalters zu erleichtern
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Kräfte erhalten worden, die sich vornherein gut mit demChristenlhume vertrugen. So wurde, um nur ein Beispiel an-zuführen, Schutz und Beistand in der Noth, die mancherleiErzählungen von wunderbarer Erettung und Hülfe, die imMunde des Volks von der heidnischen Frau Holle oder sonsteinem wohlwollenden Geiste forterbten, jetzt der JungfrauMaria, oder einer Heiligen beigelegt, bei der man die geprie-sene Eigenschaft im höchsten Grade voraussetzte. Ebenso mitmännlichen Heiligen. Von römischen Dämonen und Heroenlässt sich das viel seltener nachweisen, und wo es der Fallist, dürfte es vielleicht nach dem Vorgang der germanischenTransmutation, und dann immer nur mit solchen Mythen ge-schehen sein, in denen dieselben Keime vorhanden waren.

Es gibt in den Speculationen über die religiösen Dingeetwas Allgemeines, das sich überall vorlinden wird. Verfolgtman in den Legenden jene einzelne Züge, die sich gerettethaben, so findet man immer solche, die vornherein eine Ver-bindung mit den christlichen Elementen gern eingehn. Es istdas jenes Allgemeine, Reinmenschliche, Anfängliche. Für solcheUntersuchungen können die Volkslegenden noch recht dienstbarund von grossem Nutzen für die wissenschaftliche Darstellungder allen Mythologien werden; nicht aber umgekehrt. Ichmöchte das Wort Volkslegende recht hervorheben, sofernich diese Legenden streng zu scheiden habe von der Kirchen-legende. In der Volkslegende legt sich der Vorgang dar, inwelcher Weise sich die Neubekehrten der christlichen Welt-anschauung zu nähern suchten. Deshalb sind diese Legendenverschieden und abweichend nach den Culturstufen der Völker,auf denen sie entstanden sind, nicht ohne climatische undnationale Färbung; nicht selten auch von einem häretischenAnsloss fortbewegt. Die Kirche ist zu verschiedenen Zeitengegen diese Volkslegenden streng verfahren. So hat schon