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Christliche Kunstsymbolik Und Ikonographie : Ein Versuch die Deutung und ein besseres Verständniss der kirchlichen Bildwerke des Mittelalters zu erleichtern
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Erlösung, die von den Missionaren gepredigt wurde, zugleichals eine Erlösung von der Obermacht der alten Geister ange-sehen, deren Existenz dadurch vorausgesetzt war. Aber diemächtigen Geister, die eine Verehrung usurpirt hatten, welchenur dem wahren Gotte gebürt, wurden jetzt als die Wider-sacher des Reiches Christi verabscheut, als Teufel ge-fürchtet. Die Erinnerung an die, durch das Evangelium ge-brochenen Culten hat sich meist in den örtlichen Drachen-sagen bewahrt. Im Aberglauben und vornämlich in dereigenlhümlichen Färbung der Gespensterfurcht lassen sich jetztnoch die verblassten Züge dieser alten Götter erkennen. Inden Bildwerken jedoch sind sie in den allgemeinen Typus desBösen aufgenommen und ohne weitere Individualisirung dar-gestellt.

Die alten Legenden sind für die Untersuchung der heid-nischen Mythen von grosser Bedeutung. In ihnen ist gleich-sam ein Gericht über dieselben gehalten. Dem Mangel ansittlichen Principien ist es vornämlich beizumessen, dass dierömische Götterwelt dem christlichen Angriff so rasch unter-lag, dass der Angriff selbst so durchgreifend und vernichtendwar. Es ist für den Mythographen nicht ohne Belehrung, dasssich ungleich mehr germanische Mythen in den Volkslegenden,in christlichem Sinne umgedeutet, finden, gewisse sittlicheActionen auf christliche Heiligen übertragen und in ihnen zueiner neuen Bedeutung erhoben werden, als das mit römischenElementen der Fall ist. Auch das ist wichtig, dass jene zu-traulichen friedlichen Wesen, an denen die germanischen My-thologien reich sind, in gewisser Form, ihrer völligen Ver-nichtung entgingen. Nun ist aber eben Form und Bedingungunter der sie sich gleichsam in den Gemüthern der Neube-kehrten erhalten konnten, wichtig. Es ist deutlich, dass inihnen nur ein Gedanke, gewisse sittliche Eigenschaften und