XXVII
blickten, dass der Odem Gottes bei seiner Creatur gebliebenist. Denn die mythologischen Thaten und Genealogien, dieKämpfe der Riesen, die Kriege der Himmlischen, die Vertil-gung und Entstehung neuer Götter sind doch am Ende nichtsanders als ein dialektischer Streit um die Wider-sprüche aufzuheben, die eine solche verworrene Weltan-schauung nach und nach spürbar machen musste. Eine Dia-lektik, die in einer merkwürdigen Form, in der Personifici-rung, auftritt. — Die christliche Kirche konnte aber von demallem keine weitere Notiz nehmen und deshalb ist die An-schuldigung von einer vermeintlichen Accomodation an dieVorstellungen der Heiden nichtig. — Das Christenthum hatAllen denselben hellen Gottesspiegel vorgehalten, auf welcherStufe sie auch stehen mochten. , So hat auch die ältere rö-mische Kirche durch ihre Apostel und Missionarien eine Praxiseingehalten, die allerwege von einer Festigkeit und Sicherheitzeugt, wie sie nur aus einer in sich consequenten, abge-schlossenen , heiligen Lebensordnung entspringen kann. Erstals dieses Princip in einer späteren Zeit in der Kirche selbstverdunkelte, konnten gewisse Verwirrungen eintreten, die man,sehr mit Unrecht, oft über die ganze Kirchengeschichte hinausausdehnte. Doch hat diese Verweltlichung der Kirche wenigzu thun mit dem Gegenstand, von dem hier die Rede ist, undes wird leicht sein, in flüchtigen Andeutungen darzuthun, dassdas Ueberhandnehmen mythischer Elemente, nicht der Kircheals solcher zur Schuld zu legen; sondern in einer Verkettungvon historischen und psychologischen Reihen zu finden sei,die man eben nur hinnehmen und anerkennen kann, über diees aber kein weiteres Raisonnement gibt.
Da selbst die niedere Geistlichkeit, wie das gemeine Volk, ausdem sie grösstentheils hervorgegangen, an den nationalen Ueber-lieferungen mit Vorliebe hangen mochte, so wurde die pädago-