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gekommen isl. Die Kirche sucht von oben herab dieses Fer-ment aufzuheben; die glimmenden Kohlen unter der Asche derzerschmetterten Göttertempel auszulöschen. Es ist daher einbarscher Vorwurf, sie habe das heidnische Wesen bei den Neu-bekehrten geflissentlich und staatsklug geschont, ja geduldet,um einen Vortheil darauf zu ernten. Die Kirche nimmt beiihrer grossen compacten Allgemeinheit einen festen Standpunktden einzelnen, besonderen Götterkulten gegenüber, ein. Undwie zwischen dem Heidenthum und dem Christenthum eineewige Kluft ist, so kann die Kirche nicht hinüber auf dieandere Seite zu den Heiden treten, noch diese herüber nebensich aufnehmeu. Ihr sind die verschiedenen Mythologien allerVölker nichts als ein zertrümmertes Gottesbewusst-sein. Da legen denn die Einen die Scherben und Trümmerin anmuthigen Figuren zusammen, aus allen Splittern undStücken schauen wie aus dem zerbrochenen Spiegel wirreglitzernde Bilder hervor; die Andern thürmen es in wüstenHaufen auf, gleich Hünengräbern und unter ihrem nordischenHimmel wuchert eine wilde Vegetation auf dem Brass. JedesVolk hat sich aus der Verheerung und Verwirrung, die in sei-nem sittlichen Leben durch die Trübung des reinen Gottes-bewusstseins vorgekommen ist, auf seine, ihm eigne Weisezurecht zu finden gesucht. Apost. Gesch. XIV, 16. In ihremVerhältniss unter einander und dem Christenthume gegenüber,sind sie uns alle gleich viel werth oder unwerth. Es verfängtwenig, ob die Einen aus dem grossen zerbröckelten Gotteihre Helden, ob die Andern aus ihren grossen Helden kleineGötter gemacht haben. ■— Die Betrachtung über diese befan-genen Zustände und trüben Weltanschauungen müsste uns mitWehmuth und Trauer erfüllen, wenn wir nicht in der schmerz-lichsten Arbeit des Menschengeistes, mit der er sich aus dieserVerwirrung herauszufinden sucht, das fröhliche Zeugniss er-