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Christliche Kunstsymbolik Und Ikonographie : Ein Versuch die Deutung und ein besseres Verständniss der kirchlichen Bildwerke des Mittelalters zu erleichtern
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für die vernünftige Behandlung der christlichen Legenden zuerwarten sein.

Das Vorhandensein eines zweideutigen, man nenne es my-thischen Elementes, in manchen Legenden wird selbst vondenen zugegeben, die sonst mit Unwillen und Herbheit den Be-strebungen einiger hyperkritischen Zeitgenossen entgegen tre-ten. Das auch kann nicht die Frage sein, um die sichs han-delt. Wichtig ist nur die Frage um die Principien der Be-handlung, weil dadurch das Wesen der Sache mehr oder min-der angegriffen, oder völlig zersetzt wird. Dass sich die Sagein die Geschichte mischt, oder, um es im Charakter unserervorliegenden Abhandlung auszusprechen, dass sich etwas My-thisches an ein unverständlich gewordenes Bild bindet; dassbei dem Volke einzelne Heiligen einen Charakter annehmenkonnten, in dem sich des Landes alte Götter und Helden nocheinigermassen errathen lassen, sind so einfache natürlicheVorgänge! Fis liegt das in der Natur des Volkes begrün-det, und überall zeigt sich derselbe gesetzliche Hergang undVerlauf. Der alte Götterkultus macht einen Theil seinerStammsagen aus, von dem es nicht gern scheidet. Wird aberder alte Glaube zerstört, «so rettet sich das Volk einzelneZüge daraus, indem es sie überträgt auf einen Gegenstandneuer, unverfolgter Verehrung.« Grimm. Myth. HM. In tau-send Spuren, in Gebräuchen, Spielen, Ceremonien, Liedernu. s. w. gibt es sich kund. Es tritt so in dem Volke einzwiefaches Wesen auf, gleichsam eine doppelte Seele. Dennindem es in seinem christlichen Bewusstsein den lebendigen,geolfenbarten Gott, sammt den Geheimnissen der Heilsordnungträgt, wird es sich der alten Stamm- und Haussage und seinerfrüheren Weltanschauung von Zeit zu Zeit hingeben. Es musseinen harten Kampf absetzen, bis dieses zwiefache Wesen zurEinheit gelangt und in dem Volke zur völligen Durchbildung