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Christliche Kunstsymbolik Und Ikonographie : Ein Versuch die Deutung und ein besseres Verständniss der kirchlichen Bildwerke des Mittelalters zu erleichtern
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trefflichen Arbeiten über die römischen Katakomben von Arringhi(Bosio), Bottari etc., die alten Mosaiken bei Ciainpini, die neapo-litanischen Katakomben, neuerdings von Bellermann, MüntersSinnbilder des alten Christenthums und so viele andere Hülfs-mittel gewähren uns einen Blick in die Beschaffenheit dieser typo-logischen Darstellungen. Vergl. auch Kugler, Gesch. d. Malerei1,13. Immer aber sind diese typischen Bilder und Handlungennur anstatt eines Christusbildes, gleichsam pronominalisch, ge-setzt. Den Herrn Jesum Christum in leiblicher Gestalt zu schildern,galt den Rechtgläubigen der allgemeinen Kirche für vermessen.

Noch hatte der Lehrbegriff von Christo nicht dieseDurchbildung und dialektische Bestimmtheit, dass nicht nachbeiden Seiten hin das Mass sollte verfehlt werden, so dassdie Einen, in Betracht der Gottheit Christi, alle Bildnisse,nach dem Verbote des Dekalogos, als sündhaft verwarfen; dieAndern, wie die gnostischen Carpocratianer, vorzugsweise diebloss menschliche Natur hervorhoben. Zwischen beidenRichtungen hatte sich ein Ausweg gebildet: die symbolischeMetathesis. Unter Moses, der Wasser aus dem Felsen schlägt,unter dem Bilde des brennenden Busches, Abels Ermordung, Da-niels in der Löwengrube, Elias Himmelfahrt u. s.w. sollte ChristiGeburt, Mariä unverletzte Jungfräulichkeit, Jesu Tod, Aufer-stehung und Himmelfahrt verstanden werden. Die unzwei-deutige Erklärung der cyklischen Typen ist zumeist in demMittelbilde niedergelegt, das entweder direct auf Geburt oderTod etc. hindeutet, oder auch durch ein Monogramm Christi,das Lamm, oder die allegorische Darstellung des guten Hirtendie specielle Fassung erhallen konnte.*)

*) Es darf hier nebenbei erwähnt werden, dass sich solche typi-sche Darstellungen weit in das Mittelalter hinein erhallen haben.In Kirchengeräthschaflcn. in den Sculpturen an golhischen Kir-