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Beschreibung des Eisenbahnbaues auf Pfählen nach dem Schnellbausystem in America, dessen Bauzeit und Kosten im Vergleich mit der bis jetzt in Europa befolgten Bauweise sehr geringe sind : nebst Bemerkungen über Eisenbahnen in Europa, verglichen mit jenen in America
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Indem ich hier Capitän Hughes' Brief mittheile (welches ich ohne seine Genehmigung thue), bitte ich zubemerken, daß er in Europa auf Befehl und Kosten der Regierung reist, um die öffentlichen Fortschritte zubeobachten re.; deshalb verdienen seine Angaben vollen Glauben, weil es klar ist, daß die americanische Regie-rung keinen Mann zu dieser wichtigen Mission wählen würde, der nicht ihr Vertrauen in Bezug auf Fähigkeitund Rechtlichkeit besitzt.

(Gez.) Obrist Jos. Cowdin.

Capitän Hughes' Brief lautet wie folgt:

Mein Herr!

Ich habe mit viel Interesse die Berichte des Herrn Miller, Oberingenieur von der New-Uork- und Erie-Eisenbahn, und jenen des Herrn Scynumr, Abtheilungs-Jngenienr derselben Bahn, über die Dampframmmaschinezu Pfahlbau gelesen, und jene Berickte bestätigen mich in meiner vorigen günstigen Ansicht über ihre hoheWichtigkeit. Ich war auf der New-Orleans-Eisenbahn, wo die erste dieser Maschinen im Gebrauch war, undes schien mir beinahe unmöglich, daß die Bahn ohne diese Maschine jemals hätte gebaut werden können, ohneenorme Kosten zu verursachen, so das sie sich nicht rentiren konnte, weil das Land, welches sie durchläuft,feucht und sumpfig ist (eine Prairie).

Sehr achtungsvoll Ihr gehorsamer Diener.

(Gez.) Capitän C. W. Hughes,Topographischer Ingenieur in der Vereinigten Staaten-Armee.

Hierauf gebe ich mir die Freiheit, Herrn Brainard's Bericht vorzulcgen. Herr Brainard wurde durch dieEigcnthümcr der Dampframm- und Dampf-Erdförderungsmaschine beauftragt, ihnen eine Dampframme von10 Pfcrdckraft zu bauen, welches er gethan hat, und nun mit einer solchen Maschine in London ist. DieseMaschine ist vollendet und wird in w'nig Tagen anfangen, zu arbeiten, wo Jedermann, der dabei intcressirtist, sie beobachten kann. Man kann in Herrn Brainard's Bericht volles Vertrauen setzen.

(Gez.) Obrist Jos. Cowdin,aus New-Jork.

(Dies ist dieselbe Maschine, welch: ich vielmals bei'm Bau der Brücke von Pedlars-Acre nach Hungcrford-Market, zwischen der Waterloo - Brück, und Westminstcr-Brücke, mit dem besten Erfolg arbeiten gesehen habe,und wovon ich im vorigen Herbst ein« Beschreibung im Handelsorgan zu Cöln gab. Herr Jos. Cowdin kanntedie europäischen Patentgcsctze nicht, soist würde er sich wohl gehütet haben, eine voreilige Veröffentlichung seinerVorrichtung bekannt zu machen. Dies« hat ihn in vielen Staaten um sein Patent gebracht, obgleich dasjenige,was in den öffentlichen Blättern erschien, durchaus unzureichend ist, eine gehörig wirksame Maschine der Art zuerbauen, ohne vorher kostspielige Vcrmche zu machen. Herr Jos. Cowdin hat mich mit. allen Details genaubekannt gemacht, und ich kann jedcrzüt die Dctailzeichnungen von der Maschine aus England erhalten. Daaber dort die Zeichnungen circa 50 Pfund Sterling kosten, waS in England nicht viel ist, so würde, inclusiveUeberfahrtSkosten bis hierher, wenigstens die Summe von 400 Thalern dafür bezahlt werden müssen. Dies istder Grund, weshalb ich solche nicht auf Spceulation nehmen, sondern nur auf wirkliche Bestellung reflectircnkonnte. A. W. Behse.)

London, den 19. Juli 1841.

Col. Joseph Cowdin.

Mein Herr!

Ihr wcrtheö Schreiben, in welchem Sic mich ersuchten, Ihnen meine eigenen Beobachtungen und Ausfüh-rungen mitzuthcilcn, die ich bei dem Bau der Eisenbahnen mit Pfahlfundamentcn gemacht, habe ich mit Ver-gnügen erhalten. Sie wünschen zu wissen, wie viel Pfähle täglich eingerammt werden können mit einerMaschine. Dies, wie Ihnen cinlenchten wird, hängt von dem Boden ab, in welchen die Pfähle eingctriebcnwerden, und ausserdem noch von der Höhe der Bahn über dem gewachsenen Terrain. Zum Beispiel: Aufträgevon nicht mehr als 5 bis 6 Fuß über der Oberfläche und Pfähle von nicht mehr als 25 bis 26 Fuß Längeerlauben, täglich 80 Pfähle einzubauen. Aber mit weniger Höhe über dem natürlichen Terrain, nämlich 3 bis