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Dientzenhofern die einzigen echten Schüler des barockestenitalienischen Meisters Guarini erkennen will. Schon in diesemUmstand mag man die Fortschritte gegenüber seinem BruderJohann Leonhard ermessen. Die Eleganz der Barockformenforderte vor allem eine vollkommene Herrschaft über dieselben:Johann D. hat sich in gewissen Grenzen zu diesem freierenStandpunkt emporgearbeitet. Seine Bedeutung als Architektzeigt sich hauptsächlich in der selbständigen Verarbeitung undVerbindung der beiden grossen Architekturrichtungen seinerZeit, — der italienischen und französischen — zu einer neueneinheitlichen Weise. Die von ihm angebahnte Richtung wurdein\ Osten in italienischem Sinne fortgeführt und geläutert durchden Prager Zweig der Familie D.; in Franken wurdedas Erbe der Dientzenhofer’schen Kunst angetreten durch denmehr den Franzosen zuneigenden Balthasar Neumann. VonBamberg, wo nur mehr untergeordnete Kräfte, wie JustusHeinrich Dientzenhofer, Kuechel 1 thätig waren, ging die Führer-schaft in den künstlerischen Bestrebungen über auf die anderefränkische Hauptstadt, Würzburg. Dieser Wandel hing zu-sammen mit dem Bau der dortigen grossartigen Residenz. Nachdem Tode (1729) des Kurfürsten Lothar Franz, der den Auf-
1 Ausser den bei Leist 1. c. S. 30 genannten Werken wie:
1. sein Wohnhaus Langenstr. 37. 1739
2. der Stadion’sclie Domherrnhof Carolinenpl. 1 1739.
3. der Waldendorf'sche Hof, Carolinenpl. 2.
4. das Erzbischöfliche Palais (Grundriss in der Sammlung Dros).
5. das Josefstift in der Sutte.
6. der Ebracher Hof (Bz. A. Bamberg II Kaulbergi 1750.
7. die neue Seesbriicke (1784 zerstört) 1752.
8. Propsteigebäude St. Stephan 1754.
9. Pfarrkirche zu Pettstädt (1755) können ihm auf Grund von bezeich-netcn Plänen der Sammlung Dros zugeschrieben werden:
10. das Zeughaus zu Forchhein (1765).
11. das Hofspital zu Forchheim.
12. das neue Propsthaus zu Forchheim.
13. das Lichtenfelser Spital.
14 der Kastenhof zu Weischenfeld (1752).
15. das Pfarrhaus zu Mengersdorff.
16 die Kronacher Oberamtswohnung (1740).
17. die Hollfelder Amtswohnung 1740.
18. die Kapelle zu Laiderbach.
19. die Kirche zu Naukendorf 1744.
20. die Vergrösserung der Kirche zu Marloffstein 1763.