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Eine Bamberger Baumeisterfamilie um die Wende des 17. Jahrhunderts : Ein Beitrag zur Geschichte der Dientzenhofer
Entstehung
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zeichnet sind. Die sonstige äussere Ausstattung der Kirche,deren Turm (im unteren Teil Chorraum) vom alten Bau über-nommen wurde, ist in ziemlich derben Architekturformen ge-halten ; durch die üblichen Statuennischen wurde eine Beleb-ung der Westfapade gewonnen.

Aeussert sich schon bei diesem einfachen Bau die Neig-ung des Baumeisters zu barocken Absonderlichkeiten, so findenwir sie noch gesteigert in der umfangreichen Plangruppe, 1welche Dientzenhofer gemäss Aufschrift für den projektiertenNeubau der Propstei Holzkirchen (Abb. 26) beiWürzburg anfertigte. Da dieselben nicht zur Ausführung kamen,so sind wir auf die von fremder Hand mit Bleistift aufge-schriebene Bezeichnung angewiesen; die Signatur D.’s zeigtzwar nicht seine gewöhnliche Hand; doch stimmt das aufeinigen Blättern befindliche Monogramm J. D. H. mit der inden Kleinheubacher Akten vorkommenden Namensabkürzungüberein, so dass an der Autorschaft des Meisters kein Zweifelbestehen kann. Die Pläne scheiden sich in zwei Gruppen, inwelchen der Architekt in verschiedener Weise das Problem be-handelt, einen kirchlichen Raum in organische Verbindung mitanstossenden Gebäulichkeiten zu bringen, die in ungleicherBreite um einen unregelmässigen Hof gelagert sind. Es lässtsich nicht leugnen, dass ihm diese schwierige Aufgabe bei demeinen (nebenstehenden) Entwurf wenigstens bis zu einem ge-wissen Grade wohl gelungen ist, galt es doch die beiden aus-springenden Conchen der Kapelle in Einklang mit den beidenunter schiefem Winkel sich treffenden Mauerfluchten zu bringenund zugleich eine angenehm überleitende Linie zu gewinnen.Der scharfe Winkel des Hofes ist durch einen einspringendenHalbkreis beseitigt, und dadurch gleichzeitig ein von beidenFlügeln zugänglicher Kapellenvorraum geschaffen. Der Grund-riss der Kirche, ist in eleganten Kurvenlinien gezeichnet ; zurBelebung des Innenraumes waren zahlreiche Säulen vorge-sehen. An die einspringende Conche sollte nach dem Projektedas Treppenhaus anstossen, durch Säulenarkaden von derHauptdurchfahrt getrennt. Leise Korrekturen suchen über

1 Würzburger Universitätsbibliothek Del. II. 113—122.