dritten Geschoss erheben sich, ins Achteck übergehend, die ei-gentlichen Türme, die an den Ecken durch Pilaster verstärktsind und sich in grossen Rundbogenfenstern öffnen; die Be-dachung zeigt zweimal, in grosser und kleiner Bildung, unddurch einen laternenartigen achteckigen Zwischenbau ver-bunden, das Motiv des steilen kurzen Anlaufs und der Knolle.
Der hohe Unterbau, den das stark abfallende Terrain er-forderte, ist zum Teil durch eine stattliche Freitreppe verdeckt,deren Mittelstück zugleich zum Grufteingang ausgestaltet ist.
So grossartig und harmonisch geschlossen der Eindruckder Fa^ade ist, so nüchtern und öde mutet uns die Längsseiteder Kirche in ihrer schmucklosen Einfachheit an; ein ener-i gischer Abschluss der Kirche fehlt, so dass der Chor in demlanggestreckten Convent bau auszulaufen scheint.
Das Auftreten eines in Deutschland vollkommen neuenWölbungsprinzips führt unwillkürlich zu der Frage, welcheälteren Vorbilder auf den Baumeister von Einfluss gewesensein könnten. In dem Bestreben, einen direkten Zusammenhangmit Italien nachzuweisen, legt Gurlitt ungenannten italienischenQuellen Bedeutung bei, nach welchen der Turiner Theatiner-mönch Guarini für Prag eine Kirche entworfen habe «die inganz ähnlichen Formen gehalten war, mithin unzweifelhaftdem Dientzenhofer als Vorlage diente.» 1 Da es aber nichtfeststeht, welcher Bau mit dieser, angeblich der heiligen Mariavon Oettingen geweihten Kirche gemeint sein könnte, 2 undüberdies diese Behauptung von der irrigen Annahme ausgeht,Joh. Leonhard Dientzenhofer habe die Banzer Kirche gebaut,so dürfte sich wohl, im Hinblick auf Johann D.’s italienischeStudienreise die Gurlitt’sche Ansicht dahin modifizieren, dassder Baumeister in Banz nur ganz allgemein italienischen An-regungen folgte. Ein direktes Vorbild kann vorläufig nicht ge-nannt werden; so müssen wir ihm auch das Verdienst einerselbständigen Arbeit oder zum mindesten Verarbeitung zuge-stehen. Johann Dientzenhofer war von 1701 an in Fulda thätigund wurde von dort nach Bamberg berufen. Es ist nicht ein-
1 Gurlitt, Geschichte des Barockstiles in Deutschland. S. 203.
2 Gurlitt, Geschichte des Barockstiles in Italien. S. 458.