nötig, wenn auch der heutige engbrüstige Eindruck des Raumesim wesentlichen auf eine spätere bauliche Veränderung zurück-zuführen ist. Aus Gründen der Zweckmässigkeit wurde näm-lich bei Adaptierung des Klosters zum Zuchthaus die Rückwanddes ersten Stockes um eine Fensterbreite näher an die Treppeherangerückt 1 2 (vergl. Ehr. Grdr. Nr. 94) und dadurch die be-absichtigte ausgleichende Tiefenwirkung zerstört. Auch derUmstand war misslich, dass durch den verhältnismässig niederenRaum noch im dritten Stockwerk eine Verbindungsgallerie ge-zogen werden musste, die für den Rlick von unten den Plafondin unschöner Weise zerschneidet. Neumann war sich gewissdieses Uebelstandes von Anfang an wohl bewusst, und es istsehr bedauerlich, dass man bei der Ausführung von seinenursprünglichen Projekten (Ehr. Grundrisse Nr. 54, Abb. 9) ab-gewichen ist. Der Treppenraum sollte als solcher vollkommenabgeschlossen sein, die den Gang tragenden Stützen als Pilasterbis zur Decke durchgeführt und so die Gallerie in einzelne,reich verzierte Logen zerlegt werden. Die Wirkung wäre da-durch, wenn auch vielleicht schwerer, doch ungleich einheitlicherund intimer geworden. — Ein zweiter Entwurf sucht durcheine im Oval zurückspringende Mittel-Gallerie den Raum zu er-weitern (Ebr. Grdr. Nr. 50). Die Treppe steigt in geteiltenLäufen ziemlich steil in drei Absätzen um ein rechteckiges-Auge zum obersten Podest empor, das zugleich den attikaartigenAufsatz des unteren Thorbogens bildet. Statuen, Rlumenvasen,heraldische Löwen als Wappenhalter 3 zieren die Eckpostamentedes Balustergeländers, das auch an den Wänden rings um denRaum in beiden Stockwerken als Blendbalustrade herumgeführtist. Die exakte Ausführung der architektonischen Teile unddie saubere Stückarbeit halten auch einem schärfer prüfendenBlick, der sich nicht durch den glänzenden Gesammteindruckblenden lässt, stand, und strafen die geringschätzige Bezeichnungsolcher Leistungen als Theaterarchitektur Lügen.
1 Gütige Mitteilung d. kgl. Baurats Herrn Boxberger in Bamberg.
2 Diese Bildhauerarbeiten sind wahrscheinlich von dem WürzburgerMeister Balthasar Estenbauer, dem wir in Banz und Fulda wieder begegnen
werden, angefertigt. Diebeiden anderen genannten Bildhauer, Humbach undJoh. Schmidt, scheinen nur untergeordnete Arbeiten ausgeführt zu haben.