Wolfram. Wolfram (das Mineral).
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geschieden werden können. Das auf trocknem Wege dargestellteOxyd erscheint als braunschwarzes Pulver, das sich an der Luftnicht verändert; beim Erhitzen verbrennt es zu Wolframsä'ure. DurchGlühen im Wasserstrome wird es zu Wolfram reducirt. Es verbindetsich mit Säuren nicht zu Salzen, giebt aber mit Kali eine krystallini-sche, violette, und mit Natron eine gelbe, goldglänzende Verbindung.Die Wolframsäure, W 0, = 1488.36. In 100 Theilen aus79,844 Th. Wolfram und 20,156 Sauerstoff. Diese Säure wurde 1781von Scheele entdeckt. Nach dem Entdecker fuhrt sie häufig denNamen Scheelsäure. Sie kommt sehr selten in der Natur vor; manstellt sie durch Rösten des Schwefelwolframs oder durch das Zer-setzen des natürlich vorkommenden wolframsauren Kalkes mit ver-dünnter Salpetersäure dar. Die Wolframsäure erscheint als ein blassorangegelbes Pulver von 6,12 spec. Gew., das unlöslich in Wasserist und auf Pflanzenfarben nicht reagirt. An der Sonne oder beimErhitzen wird sie vorübergehend grün, ist unschmelzbar, nicht flüch-tig, löst sich in ätzenden Alkalien und ist daraus durch Säuren wie-der fällbar. Die Wolframsäure verbindet sich mit Basen und bildetdie wolframsauren Salze oder Scheelate (tungstates), sie zeigthierbei eine Sältigungscapacität von 6,74. Nur die Salze der Alka-lien und der Talkerde sind im Wasser löslich, mit Chlorwasserstoff-säure und Zink digerirt kommt zuerst eine blaue (WW), dann eine
kupferrolhe Färbung {W") zum Vorschein. Laurent (Ann. de Chim.et de Phys. XXI. 54 oder Journ. f. pr. Chem. XLII. 116) hat in derneuesten Zeit die Wolframsäure untersucht und gefunden, dass esmehrere Modificationen derselben giebt; er giebt der gewöhnlichendie Formel WO s , der Parawolframsäure W i 0 12 , der Melawolfram-säure W i ö 9 , der Isowolframsäure W 2 O s , der PolywolframsäureW e 0 li . Die Salze der W T olframsäure sind untersucht worden vonAnthon und Marguerite. Vor dem Löthrohr wird Wolframund seine Verbindungen dadurch nachgewiesen, dass die Phosphor-salzperle in der Reductionsflamme rein blau gefärbt wird, währenddie Färbung in der Oxydationsflamme in eine gelbe übergeht oderauch ganz verschwindet. Enthält die Wolframsäure Eisen, so wirddie Perle der innern Flamme unter dem Abkühlen blutroth, wie voneisenhaltiger Titansäure. Durch Zinn wird das eisenhaltige Glas blau,ist aber der Eisengehalt bedeutend, so wird es grün (Plattner'sLöthrohr, 1847, 148). R. Wgr.
Wolfram (das Mineral). Krystallsystem nach G. Rose(1 -f- 1) axig, nach Naumann (2 + 1) gliedrig, indem zwar die ab-soluten Dimensionsverhälfnisse, die Rechlvvinkligkeit der drei Axenauf einander auf das (1 + l)axige System zu verweisen scheinen,aber die unsymmetrische Ausbildungsweise der Rhombenoctaederflä-chen auf das (2-f-1) gliedrige System ganz entschieden hinweist,wobei dann die Rechtwinkügkeit aller drei Hauplaxen, oder die An-nahme eines Neigungswinkels der (schiefen) Hauplaxe von 90° kei-neswegs unnatürlich ist. Die Grundform ist ein grades rhombischesOctaeder, dessen Axen nach Naumann (Lehrb. d. Krystall. II. 337)in demVerhältnisse von 0,851 :1:0,823 stehen; doch tritt sie, wie auch
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