M.
Laceration, Einweichung, bedeutet die Behandlung einerSubstanz mit einem Lösungsmittel (Wasser, Alkohol, Aether), beigewöhnlicher Temperatur. Die Flüssigkeit zieht einen Theil des an-gewendeten Stoffs aus, nimmt die eine oder die andere darin ent-haltene lösliche Verbindung auf, und wird durch Filtriren von demungelösten getrennt. Die Flüssigkeit selbst bezeichnet man in derPharmacie mit dem Namen eines kalten Aufgusses. M.
Magensaft. Die Verdauungsflüssigkeiten, welche die Auf-lösung der Speisen im Magen veranlassen, und im Darmkanal dieaufgelösten Stoffe weiter verändern, sind hauptsächlich der Speichel,der Magensaft, der pankreatische Saft, die Galle und der üarmsaft.Während der Speichel eine bedeutende Wirkung auf die amylum-haltigen und ähnliche Stoffe ausübt, indem sie in eine leicht löslicheVerbindung, z. B. Zucker, übergeführt werden, so wirkt der Magen-saft besonders auf die Proteinverbindungen ein, und versetzt auchsie in einen Zustand, in dem sie leicht resorbirt werden können.Die inneren Wände des Magens sondern, wie eine jede Schleimhaut,eine Flüssigkeit ab, welche im Wesentlichen mit den, von den übri-gen Schleimhäuten abgesonderten Flüssigkeiten übereinstimmt; wennjedoch irgend welche Beizungen auf die Wände ausgeübt Verden,so wird eine besondere Flüssigkeit aus eigenthümlichen kleinen Drü-sen abgeschieden, welche ganz specifisch hier auftritt. Dies ist derMagensaft. Die Wichtigkeit desselben, schon von Beaumur, dannvon Spallanzani gewürdigt, wurde durch neuere Untersuchungendeutlich herausgestellt. Spallanzani wies durch zahlreiche Ver-suche nach, dass die mechanische Wirkung der muskulösen Magen-wände keinesweges die Auflösung der Nahrungsmittel erklären könne,indem er zeigt, wie diese, auch in metallene Bohren eingeschlossen,durch den eindringenden Saft doch gelöst würden. Carminatizeigte die Verschiedenheit der Beaction des im nüchternen und imgereizten Zustande abgesonderten Saftes. Prout zeigte die freieSäure in dem Safte, und bewies, dass es Salzsäure sei, die darinerscheint. Lehmann erklärte sie für Milchsäure, deren Gegenwartvon Liebig geleugnet wird, und Blondlot hielt sie mit Unrecht fürsaure phosphorsaure Kalkerde. Vom Magensäfte selbst ist die imMagen, bei der Verdauung enthaltene Flüssigkeit wohl zu unter-scheiden; diese enthält je nach der Nahrung Milchsäure und Butler-säure, beide flüssig in freiem Zustande. Nachdem man viele Ver-suche mit dem Magensafte, den man aus getödteten Thieren genom-men, angestellt hatte, entdeckte Eberle den sogenannten künst-