Druckschrift 
3 (1850) L - Z
Entstehung
Seite
828
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

828

UrOXANTHIN. USNINSÄURE.

sich, wenn der Farbstoff in grösserer Menge vorhanden war, wenigHarnstoff, aber viel kohlensaures Ammoniak. Heller erhielt aucheine blaue Färbung in künstlich bereitetem salpetersauren Harnstoff,der lange feucht liegen blieb, und in einer älteren Harnstofflösung,in welcher sich schon kohlensaures Ammoniak gebildet hatte, nachdem Zusätze von Salpetersäure. Siehe Pharmac. Centralblatt, 1846,S, 597. R. Wgr.

Ursäure. Die Chemiker der ersten Hälfte des 18. Jahrhun-derts suchten die Ursache der gleichen Eigenschaften der Säuren indem Vorhandensein einer Ursäure, Acid. primigenium, primordiale,universale, calholicum u. s. w., deren saure Eigenschaften durch dieVereinigung mit anderen Substanzen modificirt würden. Die Ansich-ten, welches die Ursäure sei, waren getheilt; Becher glaubte sieam reinsten in der Salzsäure enthalten, Stahl hielt die Schwefel-säure für jene Universalsäure, während seine Anhänger die Salpe-tersäure für Ursäure hielten, die durch Fäulniss verändert und mitetwas Phlogiston verunreinigt sei. Zu vergl. Kopp's Geschichte derChemie III. 13-16. R. Wgr.

Usifur, Uzifur, ein in alchemistischen Schriften oft gebrauch-ter Name für Zinnober.

Usninsäure, Usnin. Die Usninsäure ist ein in den Flech-ten sehr verbreiteter Körper, sie findet sich in den Gattungen Us-nea, Parmelia, Cladonia und Lecanora. Man stellt diese Säuredar, indem man die zerschnittenen Flechten einige Tage lang mitAelher bei gewöhnlicher Temperatur macerirt und von der ätherischenLösung den Aether zum grössten Theile abdestiJlirt. Aus dem heis-sen, mit etwas Alkohol versetzten Rückstand scheidet sich die Usnin-säure in Krystallen aus, welche durch Waschen mit Alkohol gereinigtwerden. Die Usninsäure krystallisirt in schwefelgelben, spröden,prismatischen Krystallen, welche, zerrieben, ein blasses, sehr electri-sches Pulver geben. Gegen Wasser verhält sich diese Säure wie einHarz, in gewöhnlichen Weingeist und Aether löst sie sich selbst inder Siedehitze nur wenig, in beträchtlicher Menge aber in siedendemAelher; sie löst sich ferner in siedendem Terpentinöl und in heis-sen, fetten Oelen, und schmilzt bei 200" zu einer durchsichtigen,gelben, harzähnlichen Flüssigkeit, welche zu einer krystallinischenMasse erstarrt. Beim Erhitzen sublimirt die Usninsäure zu krystalli-nischen Nadeln, wobei sich jedoch auch ein Theil zersetzt. Die Us-ninsäure giebt mit Alkalieu in Wasser schwer, in Alkohol leicht lös-liche Verbindungen, die durch kohlensaure Alkalien vollständig gefälltwerden. Die wasserhaltigen, neutralen Verbindungen sind in grös-seren Krystallen farblos, in kleinen weiss und seidenglä'nzend. DieUsninsäure hat die Formel: (7 3S H 17 0 14 . (Knop, Annal. d. Chem.u. Pharm. XLIX. 103; Rochleder und Heldt, ibid. XLVI1I. 8.)

R. Wgr.