Druckschrift 
3 (1850) L - Z
Entstehung
Seite
818
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

818

UnTERPJCROTOXWSÄURE. UnTF.RSCIIWEFELSÄURE.

I

und Alkalien, und wird aus der alkalischen Losung durch Säureneefällt. Andere Eigenschaften dieser Substanz sind nicht bekannt.

ß. Wgr.Unterpiotjnsäilrc. Berzelius betrachtet die Metamar-garinsäure, Hydromargarinsäure und Hydromargaritin-säure als verschiedene Öxydationsstufen des Radikals PiotinPjsHjäi bezeichnet man dieses Radikal mit 2R, so ist2/1 + 30 Melamargarinsäure = Piotinige Säure + 40 Hydromargarinsäure = Unterpiotinsäure211 -{- 5 0 Ilydromargaritinsäure = Piotinsäure. R. Wgr.

Untefsalpetersäare, salpetersaures Stickstoffoxyd (Ber-zelius), salpetrige Säure (Turner), S0, = 575,5, besteht in 100Theilen aus 30,53 Stickstoff und 69,47 Sauerstoff. Peligot stelltediese Säure dar, indem er eine Auflosung von salpetersaurem Blei-oxyd mit metallischem Blei bis auf 60 70° erhitzte, das beim Er-kalten sich absetzende gelbe blättrige Salz war nach der Formel2Pb 0,S0 4 +H0 zusammengesetzt; die hierbei stattfindendeReactionlässt sich durch folgende Gleichung ausdrucken: Pb 0,KO s + Pb+ H O = 2 Pb 0, Pf Ol + H O. Diese Säure entsteht ferner "isolirt,wenn man 4 Volumen Stickstoffoxydgas mit 2 Volumen Sauerstoffgasmischt. Peligot (Annal. d. Ghem. u. Pharm. XXXIX. 327) zeigte,dass bei Anwendung völlig trockne.r Gase durch Abkühlung des Ge-misches ein festes, krystallinisches Product erhalten werden könne.Dulong erhielt durch Erkälten des Gemisches eine grünliche Flüs-sigkeit; dasselbe Liquidum stellte Gav-Lussac durch Erhitzen vonsalpetersaurem Bleioxyd dar (Pb 0,?t Ö s = PbO + SO» + 0). Mitscherlich fand, dass man durch gelindes Erwärmen der rothenrauchenden Salpetersäure in einer Retorte in der Vorlage zwei sichnicht mischende Flüssigkeiten erhält, von denen die untere eine Auf-lösung von Untersalpetersäure in Salpetersäurehydrat und die obereeine salpetersäurehaltige Untersalpetersäure sei; entfernt man nachFritzsche (Journ. f. pr. Chem. XXII. 21) durch wiederholte undfractionirte Destillationen aus der oberen Flüssigkeit die letzten Spu-ren von Salpetersäure, so erhält man in der bis auf 20 ° abgekühl-ten Vorlage die krystallinische Verbindung. Die wasserfreie Unter-salpetersäure bildet nach den Versuchen von Peligot bei20°farblose Krystalle, welche bei 9 U zu einer Flüssigkeit von 1,451spec. Gew. schmelzen; diese Flüssigkeit wird bei zunehmender Tem-peratur anfänglich gelb, später dunkel orangegelb, sie siedet bei 20°und bildet gelbrothe Dämpfe, sie ist von scharfem Geruch, von hef-tiger Einwirkung auf die Athenungsorgane und färbt organische Kör-per anhaltend gelb. Beim Mischen mit Wasser zerfällt sie in Salpe-tersäure, salpetrige Säure und Stickstoffoxydgas (5Pf0 4 = 3N0 6 ,NOjjSOj). Mit Basen geht die Untersalpetersäure keine Verbindun-gen ein, sondern wird von denselben auf dieselbe Weise wie durchdas Wasser zerlegt; die einzige bis jetzt bekannte Verbindung ist dasoben angeführte Bleioxydsalz. R. Wgr.

Unierschwefelsäure. Unter diesem Namen werden allediejenigen Sauerstoffverbindungen des Schwefels zusammengefasst