Druckschrift 
3 (1850) L - Z
Entstehung
Seite
811
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

ÜEBERCHLORSÄURE. UeBERHARNSÄIJRE

kalten das überchlorsaure Kali ab, während Chlorkalium gelöstbleibt

2K0,10 $ = K0,CW, + KCl+ 40.

Zur Darstellung der wasserhaltigen Uebercblorsäure kocht mandas Salz mit überschüssiger Kieselfluorwasserstoffsäure, giesst diesaure Flüssigkeit nach dem Erkalten von dem entstandenen Kiesel-fluorkalium ab und dampft dieselbe im Wasserbade ein. Im höchstconcentrirten Zustande beträgt ihr spec. Gew. 1,65 und erscheintals farblose, ölige Flüssigkeit, die bei 200° unter theilweiser Zer-setzung siedet, während sie bei 138° ohne Zersetzung verdampft.Mit Wasser mischt sie sich unter Erwärmen und bildet eine sehrsauer schmeckende, nicht bleichende Flüssigkeit. Papier entzündetsich, wenn dasselbe mit dein Dampf der erhitzten Säure in Berüh-rung kommt. Unter allen Oxydationsstufen des Chlors ist die Ueber-chlorsäure die beständigste. Die Uberchlo rsauren Salze sind imWasser löslich und zerfliessen schon an feuchter Luft, sie werdenbeim Uebergiessen mit Chlorwasserstoffsäure oder Schwefelsäurenicht gelb, wie die chlorsauren Salze, verpuffen beim Erhitzen mitbrennbaren Körpern nur schwach und verwandeln sich beim Glühenin Chlormetalle. Sie löst Zink und Eisen unter Wasserstoffentwick-lung auf, und ist in Bezug auf ihre Verwandtschaft eine der stärk-

sten Säuren.

B. Wgr

Uebercliromsäure (aeide heptachromique), Gl 2 0 7 , wurde

von Bar res will (Ann. de Chim. et de Phys. XX. 364 oder Journ.f. pr. Chem. XLI. 393) durch Behandeln einer sehr verdünnten Lö-sung von Chromsäure mit Wasserstoffsuperoxyd dargestellt. IhreExistenz wurde nur durch eine intensiv biaue Färbung der Flüssig-keit wahrgenommen, welche Färbung indess auch bald wieder ver-schwand. Beim Zusammenbringen mit Basen entwich Sauerstoff undes bildete sich ein chromsaures Salz. Bar res will erhielt Verbin-dungen dieser Säure mit Chinin und Slrychnin, die sich jedoch aucheinige Stunden nach ihrer Bereitung zersetzten. B. Wgr.

Ueberliarnsäure. ünger (Journ. f. pr. Chem. XXXIX. 41)stellte diese Säure dar, indem er 3 Th. Guanin mit 5 Th. chlorsau-rem Kali mengte und zu dem Gemenge 25 Th. Wasser und darauf30. Th. Chlorwasserstoffsäure setzte. Nach 24 Stunden erhält manKrystalle von Uebercliromsäure. Die hierbei stattfindende Zersetzunglässt sich auf folgende Art veranschaulichen:

1 Aeq. Guanin

2 ., chlorsaures Kali

3 Chlorwasserstoff1 ., Wasser

U u, y ,.<«,y.». . . - ., Chlorkalium., Wasser ) ( 2 '., chlorige Säure.

Die Üebcrharnsäure krystallisirt in kurzen rhombischen Prismen oderfadenförmig, wie der Salmiak, die Krystalle sind glänzend, färb-, ge-ruch- und geschmacklos, röthen feuchtes Lakmuspapier, sind schwerlöslich in Wasser und Säuren, und entwickeln beim Glühen Cyan-säurehydrat und Wasserdampf, während schwer verbrennliche Kohlezurückbleibt:

( 1 Aeq. Ueberliarnsäure1 Salmiak

V