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3 (1850) L - Z
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Nordlicht.

K

Wenn die Strahlen des Nordlichts sich nur auf eine geringeHöhe erstrecken, so gleicht dasselbe in seinem Ansehen einem Kamme.Wenn aber die Nordliehtstrablen an Zahl bedeutend werden und sichbis über das Zenith hinaus erstrecken, so erzeugen sie an einer be-stimmten Stelle des Himmels die sogenannte Nordlichtkrone. Derganze Himmel gewinnt in diesem Falle das Ansehen einer glänzen-den Kuppel, welche von Säulen eines verschiedenfarbigen Lichtesgetragen wird. Während der lebhaften Bewegungen in den übrigenTheilen des Nordlichts bleibt diese Krone, der'schönste Theil derganzen Erscheinung, allein unbeweglich und unveränderlich. Wennaber später die Strahlenbildung schwächer wird, so beginnt auchdie Krone zu erblassen; ein blasses Lichtgewöik, einem Rauche ähn-lich, erinnert nur noch an die eben verschwundene Herrlichkeit.Aber auch dieses wird immer schwächer, bis es einem unschein-baren weisslichen Dunste gleicht, und zuletzt nur allein das dunkeleSegment zurücklässt mit seinem Lichtsaume, der anfangs in unregel-mässiger Form und chaotisch durcheinander gemengt, sich allmäligerst wieder zur frühem Regelmässigkeit gestaltet, und nochmals,wenn auch schwächer und wenig zahlreich, neue Strahlen bis aufeinige Grade emporschiesst. Jetzt beginnt auch das dunkele Seg-ment und der dasselbe umsäumende Lichtbogen schwächer zu wer-den, und ist endlich nicht mehr von der Bläue des Himmels zu un-terscheiden.

Die oben schon erwähnte Beziehung zwischen dem Nordlichteund dem Erdmagnetismus tritt in der Bildung der Krone von Neuemhervor, indem derjenige Ort des Himmels, an welchem sich (wieWilcke zuerst bemerkte) diese Krone bildet, in dem sogenanntenmagnetischen Zenith, d. h. in der Verlängerung des Südendes derNeigungsnadel liegt. So mass z. B. Halley bei dem schon obenerwähnten Nordlichte vom 6. März 1716 den Zenithabsland der Kronezu 20 bis 21 °; die Neigung in London (wenig von der heutigen ver-schieden) betrug 69 bis 70°. Hansteen bestimmte am 7. October1816 das Azimuth der Krone zu 12° 11', und die Höhe des Mittel-punktes zu 73° 10', genau die damalige Richtung der magnetischenKräfte in Ghristiania. °Bei dem Nordlichte 1817 "erhielt er das Azi-muth der Krone 14° 57', und die scheinbare Höhe 74° 39'. DieNordiichtkrone hält viel beständiger genau die Richtung des magneti-schen Zeniths, als wie der höchste Punkt des Nordiichtbogens dieRichtung des magnetischen Meridians.

Von mehreren Beobachtern wird angegeben, dass man beimNordlichte, besonders beim Strahlenschiessen desselben, ein Geräuschhöre, ähnlich demjenigen, welches durch Auseinanderrollen einesStückes seidenen Zeuges entsteht, oder ähnlich dem Knistern electri-scher Funken, oder dem Geräusche einer vom Winde stark beweg-ten Feuersbrunsl. Ja, Gmelin führt als eine von unterrichteten Leu-ten erhaltene Nachricht an, dass ein Zischen und Brausen wie beiden grössten Feuerwerken das Nordlicht begleite, so dass die Hundeder Jäger an den Küsten des Eismeeres nicht von der Stelle zubringen seien, bis das Geräusch vorüber. Nach der VersicherungBiot's (Gilbert's Ann. 67. S. 33.) ist auch auf den ShelländischenInseln der Glaube an ein schwaches Geräusch aligemein. Einige