sie eine Veränderung und wird bröcklig und spröde, man kann siezwar durch Erwärmen und Umkneten wieder verbessern, dochist es nicht möglich, den ursprünglichen Zustand wieder ganzherzustellen. Diese Veränderung ist auf einen Oxydationsvorgangzurückzuführen.
Besonders wichtig ist das Verhalten der Guttapercha beiverschiedener Temperatur. Nur dünne Stücke lassen sich beigewöhnlicher Temperatur unter großem Kraftaufwand ein wenigbiegen, doch nimmt zwischen 25 und 30° die Biegsamkeit raschzu und bei 50° wird Guttapercha schon so weich, daß man siezu Platten auswalzen kann. Zwischen 55 und 60° erlangt sie eineBildsamkeit, die jene fast aller anderen ähnlichen Körper weitübertrifft, auch läßt sie sich in die dünnsten Fäden und Plattenverwandeln. Bei vorsichtigem Erwärmen auf 120° schmilzt siezu einer dünnen Flüssigkeit, bei stärkerem Erhitzen tritt Zersetzungunter Abspaltung der gleichen Produkte ein, die man durch trockeneDestillation des Kautschuks erhalten kann. Guttapercha ist inallen Lösungsmitteln löslich, in denen sich Kautschuk löst, dochist sie weit leichter löslich.
Eine der wichtigsten Eigenschaften der Guttapercha ist ihregroße chemische Indifferenz. Sie ist gegen konzentriertere Lösungenvon Alkalien und gegen nicht konzentrierte Säuren und alle Salz-lösungen vollständig widerstandsfähig. Selbst starke Salzsäurewirkt auf Guttapercha nur langsam ein, dagegen verändert siekonzentrierte Salpetersäure schon in der Kälte und löst sie beimKochen unter Ausstoßung roter Dämpfe vollständig auf.
Die Verarbeitung der Guttapercha beginnt, gleich der desKautschuks, mit dem Waschen, nachdem sie zerkleinert und inwarmem Wasser erweicht wurde. Nach dem Waschprozesse, derdie Beseitigung aller Verunreinigungen bezweckt, gelangt sie indie Streckmaschine, wird dann gewöhnlich abermals gewaschen,dann geknetet und endlich auf Walzwerken zu Platten verarbeitet.Das Mischen mit den Zusatzstoffen etc. geschieht in gleicherWeise wie bei Kautschuk.
Um Guttapercha zu härten, wurde vorgeschlagen, sie mitbestimmten Lösungsmitteln zu behandeln, um ihr die HarzeAlban und Fluavil zu entziehen und die reine Gutta darzustellen.Diese verhält sich aber in der Wärme anders, als das GemengeGuttapercha.
Gleich dem Kautschuk läßt sich auch die Guttaperchavulkanisieren. Man mengt sie mit Schwefel oder mit Schwefel-
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