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2 (1914)
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355
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Vtgetabilische Gerbung.

wird. Für diese Zwecke wählt man meistens Pressen mit einerAnzahl von 30 bis 50 Kammern. Durch Anwendung einer soge-nannten Klärpresse, deren Tuchporen durch Kieselerde oderKnochenkohle abgedichtet sind, erhält man schließlich eine voll-kommen klare Brühe, die zum Verkochen reif ist. Das Verkochenwird heute allgemein mittels Vakuumapparaten verschiedensterKonstruktion durchgeführt; der Grad der Konzentration richtetsich einerseits danach, ob flüssiger oder fester Extrakt hergestelltwerden soll, anderseits bei flüssigen Extrakten wiederum nachder Art des Rohmaterials. Flüssige Extrakte dampft man durch-schnittlich bis 27 bis 32° Be ein, während Farbholzextrakte undeinige Gerbstoffextrakte bis zu 45° Be konzentriert werden,so daß sie nach dem Auslassen aus dem Vakuumapparate inZink- oder Kupferkästen erstarren. Die so erhaltenen festenExtrakte werden noch in mittels Dampfrohrleitungen geheiztenTrockenräumen soweit von ihrem Wassergehalte befreit, daßdieser 15 bis 22% beträgt.

Den wichtigsten Gerbextrakt stellt der des Quebrachoholzesdar; er wird in der Heimat des Baumes, in Argentinien, meistauf etwas primitivere Art als oben beschrieben, hergestellt undbildet ein Produkt mit etwa 65% „Gerbenden Stoffen", 5%Nichtgerbstoffen, 18% Wasser und 12% Unlöslichem. DieserRohextrakt geht nun nach Europa und wird hier erst in denExtraktfabriken einer Raffination unterzogen. Das Bestrebender Fabrikanten ist darauf gerichtet, einen an Phlobaphenenarmen, möglichst kalt löslichen Quebrachoextrakt herzustellen,dessen Gehalt an Unlöslichem nur etwa 0 - 8 bis 1'2% beträgt.Da nun völlig klar lösliche Extrakte zur Lederbildung wenigergeeignet sind, muß der Prozeß der Raffination darauf Bedachtnehmen. Das einfachste Reinigungsverfahren besteht im Absitzen-lassen der Phlobaphene durch Abkühlung der entsprechend ver-dünnten Gerbstoffbrühen und darauffolgendem Abziehen dergeklärten Brühen. Hierbei treten aber hohe Gerbstoffverluste ein,und man versuchte daher durch fällende Zusätze eine Abscheidungder Harz- und Farbstoffe herbeizuführen, wodurch einerseits diesogenannten geklärten Extrakte, anderseits die entfärbten Extraktebzw. die geklärten und entfärbten Extrakte erhalten wurden.Von den wichtigsten dieser Methoden seien folgende kurz erwähnt:S. Doutreleau & Co. behandeln die Gerbextrakte mit Aluminium-thiosulfat, welches beim Erwärmen einerseits schweflige Säureabspaltet, die als Reduktionsmittel entfärbend wirkt, anderseits

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