Druckschrift 
2 (1914)
Entstehung
Seite
91
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ältere, es vermochte sich ursprünglich rasch Eingang zu ver-schaffen, weil die Natronlauge verhältnismäßig leicht regeneriertwerden kann. Das Holz wird zunächst entrindet und durch Aus-bohren von den Ästen befreit, dann wird es in kleine Stückchenzerteilt und in dem Kocher mit Natronlauge von 10° Be bei 6bis 10 Atmosphären während 3 bis 4 Stunden gekocht. Nachdem Kochen wird die Zellulose unter Druck aus dem Kocheraustreten gelassen, wodurch schon eine teilweise Zerfaserungstattfindet, dann wird sie durch systematisches Auslaugen mitWasser von der Natronlauge befreit und im Waschholländer nochweiter bearbeitet. Die Wiedergewinnung des Ätznatrons aus dengebrauchten Laugen erfolgt durch Eindampfen und Kalzinierender Masse in besonderen Öfen, wobei die gelösten organischenSubstanzen verbrennen. Die unvermeidlichen Verluste werdendurch Zugabe von Natriumsulfat gedeckt, dann wird die Masseausgelaugt und mit gebranntem Kalk wieder ätzend gemacht.

Nach dem Natronverfahren arbeiten in Deutschland nur mehrwenige Fabriken, teils wegen der höheren Kosten im Vergleichemit dem Sulfitverfahren, teils auch wegen der Unannehmlich-keiten, die der höchst widerwärtige Geruch der Kocherlaugenbereitet. In Amerika wird dagegen noch sehr viel nach demNatronverfahren gearbeitet, hauptsächlich deshalb, weil es sichauch zur Verarbeitung sehr harzreicher Hölzer eignet.

Die Salze der schwefligen Säure, die man bei dem Sulfit-verfahren anwendet, sind entweder Kalzium- oder Magnesium-bisulfit. Man stellt die schweflige Säure durch Verbrennen vonSchwefel oder aus Pyriten her und leitet sie in große, 10 bis 30 mhohe Holztürme, die mit Kalkstein oder Dolomit gefüllt sind.Über die Steine rieselt kaltes Wasser nach abwärts, während dieschweflige Säure unten eintritt; die sich bildende Lösung vonKalziumbisulfit fließt unten ab. An Stelle der Türme wendetman auch stufenförmig aufgestellte Bottiche an, in denen sichKalkstücke befinden, oder man benützt Kalkmilch, in die syste-matisch die schweflige Säure, auch die aus den Kochern ent-weichende, gedrückt wird.

Das Kochen des Holzes mit der Sulfitlauge geschieht entwederm großen liegenden Kesseln mit ca. 12 m Länge und 4 m Durch-messer, in denen man das in Scheiben von einigen MillimeterDicke geschnittene Holz bringt, oder in den Ritter-Kellnerschenaufrechtstehenden Kesseln mit direkter Heizung.

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