Die Teerfarbstoffe.
vegetabilische Faser graubraun bis schwarz zu färben vermögen.Sie wurden als „Cachou de Laval" bezeichnet und vielfach ver-wendet. Wichtig ist, daß sich diese Farbstoffe durch große Echt-heit auszeichnen und sich durch Eisen- und Kupfersalze nuan-cieren lassen.
In den neunziger Jahren wurde dann gefunden, daß sich nichtnur die verschiedenartigsten organischen Stoffe, unter denenaußer Sägemehl, Kleie und Stroh auch tierische und menschlicheExkremente angeführt wurden, zur Darstellung von Schwefel-farbstoffen eignen, sondern daß auch Chinone und mehrwertigePhenole und andere Derivate brauchbar sind. Para-Amidophenollieferte einen nach seinem Entdecker Vidal „Vidalschwarz"genannten Farbstoff, es folgte das „Immedialschwarz" vonCassella <& Co., und gegenwärtig verfügen wir über gelbe,rote, grüne, blaue und braune Farbstoffe aus dieser wichtigenGruppe.
Alle Schwefelfarbstoffe, deren Konstitution zum Teile nochnicht genau bekannt ist, besitzen die Eigenschaft, sich ver-hältnismäßig leicht in einer Schwefelnatriumlösung zu lösen,aus der sie unmittelbar auf Baumwolle gefärbt werden. DieFärbungen fallen sehr satt aus und sind ungemein echt, die Echt-heit kann durch Nachbehandlung mit oxydierenden Agenzien,wie Chromaten, noch gesteigert werden.
Zur elften Gruppe, der der Oxyketone, Xanthone, Flavone,Kamarine und Indone gehört eine Anzahl Farbstoffe, die technischwichtig sind und den färbenden Bestandteil mancher Pflanzenund Farbhölzer bilden. Sie verdanken ihre Färbung durchwegsdem Chromophor CO der Ketongruppe. Das Luteolin, der im„Wau" (Reseda Iuteola) enthaltene Farbstoff, das Querzitrin ausder Querzitronrinde, das Hämatoxylin aus dem Blau- oder Kam-pecheholz, das Brasilin des Rotholzextraktes, endlich die Karmin-säure, die in der Koschenille, dem Weibchen einer tropischenSchildlaus (Coccus cacti) enthalten ist, gehört hierher. Karminwurde früher im großen angewendet und bildete einen teurenund geschätzten Farbstoff, seit Entdeckung der roten Azofarb-stoffe hat er jedoch fast alle Bedeutung verloren.
Die Farbstoffe der Indigogruppe leiten sich ohne Ausnahmevom Indol, C 8 H 7 N, ab, das dem Pyrrol verwandt ist. Pyrrolund Indol besitzen nach Nietzki die folgenden Konstitutions-formeln:
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