Kothes Sandelholzpulver.
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16. Rothes Sandelholzpulver. Das schwere, dichte,harte, aber leicht spaltbare, technisch und pharmaceutisch ver-wendete Kernholz von Pterocarpus santalinus L. fil. (einerbaumartigen Papilionacee Südasiens) gibt ein schön (blut)rothesPulver, welches als Verfälschung von gewissen auffallend, nament-lich roth- oder orange gefärbten Gewürzpulvern, wie von Paprikaund Crocus, nicht selten gefunden wird, offenbar um eineralten verblassten oder missfarbigen Waare eine lebhaftere Farbezu geben.
Das rothe Sandelholz hat 1—2 Zellen breite, 5—9 Zellen hohe Mark-strahlen ; das Grundgewebe seiner Holzstrahlen bildet am Querschnitte ziemlich regel-mässig gereihtes, sehr dickwandiges Libriform; darin sind eingetragen meist sehrzerstreute und vereinzelte, selten zu wenigen gruppirte, sehr weite (200—400 [j.)kurzgliederige, dicht behöft getüpfelte Tracheen, von Holzparenchym und Kammer-fasern begleitet und von ersterem auch meist tangential verbunden.
Das Pulver besteht der Hauptsache nach aus Bruchstückeneinzelner oder noch bündelweise vereinigter Libriform-(Holz-)Fasern, hie und da in Combination mit Holzparenchym undKammerfasern oder mit Markstrahlenparenchym. Danebenkommen in untergeordnetem Masse Stücke und Zellen der letzt-genannten Gewebsformen und sehr seltene Gefässfragmente vor.
Die im Pulver dominirenden Fragmente der langen, an 15bis 18p. breiten, sehr dickwandigen, spaltentüpfeligen Libri-formfasern sind bald Mittel-, bald Endstücke, zum grossen Theilmehr oder weniger zerklüftet, zerfasert, aufgerissen etc., ihreEnden meist spitz oder lang zugespitzt, auch bajonnettfürmig; dieHolzparenchymzellen einzeln oder in (Längs-) Reihen ca. 60 bis90p. lang, 24—30 p. breit, vorwiegend in der Fläche vierseitig,massig verdickt, einfach getüpfelt; Kammerfasern selten fürsich in Fragmenten oder in einzelnen Zellen, meist zwischen denübrigen Elementen als Längsreihen kleinerer (30—45 p. lang,ca. 30 \j. breit), dünnwandiger vierseitiger Zellen mit je einemEinzelkrystall (Combination aus dem klinorhombischen Systeme)von Kal'koxalat in einer Aussackung der Wand (Membrantasche).Solche Krystalle (18—24 p lang) auch freiliegend im Pulverzwischen den Gewebsfragmenten.
Die vierseitigen, relativ dünnwandigen Markstrahlzellenselten einzeln oder in Bruchstücken, meist noch im Verbände indie Libriformfaserbündel rechtwinkelig kreuzenden Reihen oderauch schmal elliptische Zwischenräume solcher Bündel (in Tan-gentialstücken) ausfüllend. Sehr selten im Pulver Gefässe, meistnur in Bruchstücken ihrer dicht behöft-getüpfelten Membran.
Die parenchymatischen Gewebselemente, zum Theil auch dieLibriformfaseni, enthalten glänzende orangcrothe Tropfen oderKörnchen und formlose krümelige und schollige Massen. Alkoholund Aether lösen diesen Inhalt, welcher wesentlich aus dem inWasser unlöslichen harzartigen Farbstoff Santalin besteht, mitröthlichgelber, Alkalien mit purpurner Farbe, wobei auch dievon dem Farbstoffe durchdrungenen, unter AVasser orange-
Vogl, Nahrungs-u. Genussmittel. 3ß