IV. ABTHEILUNG.
Narkotische Genussmittel.
lheils Blätter, theils Samen von einigen wenigen Pflanzenans verschiedenen natürlichen Familien, welche meist in Formeines aus ihnen hergestellten wässerigen Auszuges, also in Gestalteines Getränkes, als unentbehrlich gewordene tägliche, angenehmanregende Genussmittel Verwendung finden. Alle sind durch denGehalt an einem oder an mehreren Alkaloiden, von denen haupt-sächlich ihre Wirkung abhängt, ausgezeichnet. Von ihnen spielen beiuns und überhaupt auf der Erde die bei weitem wichtigste Rolledie coffeinhaltigenGenussmittel, bei uns vor allem der Kaffeeund Thee, in Südamerika Mate und Guarana, im Sudan dieKola. Ein sehr hervorragendes Genussmittel Südamerikas sind auchdie Cocablätter und allgemein verbreitet ist der Gebrauch desCacaos.
A. Blätter.
1. Thee. Chinesischer (russischer) Thee.
Die eigenthümlich zubereiteten Blätter von Thea SinensisL.,einem ursprünglich in Assam und Cachar, vielleicht auch aufHainan einheimischen und dort noch wild vorkommenden, seitJahrhunderten in China und Japan, seit einigen Decennien mitErfolg auf Java, in Indien (ausser in Assam auch in Sikkim, Nepal,im oberen Pendschab, in den Nilagiris, auf Ceylon), auf Reunionund in Brasilien (S. Paulo, Parana etc.) cultivirten Strauche ausder Familie der Theaceae. In grösster Ausdehnung und mit grössterSorgfalt wird er in mehreren Spielarten in China cultivirt, welchesauch bei weitem den meisten Thee für den Handel liefert.
Morphologie des Theeblattes. Das völlig ausgewachseneTheeblatt ist länglich oder länglich-verkehrt-lanzettförmig, in einenkurzen Stiel verschmälert, vorn stumpf, spitz oder in eine ausgerandeteSpitze vorgezogen, an dem etwas eingerollten Rande mit Aus-nahme des untersten Theiles kleinbuchtig-sägezähnig mit knorpelig-gespitzten Zähnen, 6--10 Cm. lang, im frischen natürlichen Zu-