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Die wichtigsten vegetabilischen Nahrungs- und Genussmittel : mit besonderer Berücksichtigung der mikroskopischen Untersuchung auf ihre Echtheit, ihre Verunreinigungen und Verfälschungen ; mit 271 Holzschnitten
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523
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Ingwer.

ÖÜ3

Das relative Verhältniss der einfachen und zusammengesetzten Körner istnach den Proben der Droge sehr inconstant. Bald herrschen die einfachen, balddie zusammengesetzten Körner vor. Auch die Grösse der Körner wechselt, ineiner Probe erreichten die grössten Körner 3336p., selbst bis 45 fi Länge,zeigten sehr schöne dichte Schichtung und eine Spalte wie bei vielen Maranta-Stärkekörnern (Figur des fliegenden Vogels), die Zahl der zusammengesetztenKörner war sehr redneirt, während in einer anderen Probe fast nur die letzterenvertreten waren und diese dabei auffallend klein (315 p.), die wenigen ein-fachen Körner auffallend gross (bis 36 u.) mit seltenen Mittelstufen in der Grösse.Unter den zusammengesetzten auch solche mit einer grösseren Zahl von unregel-mässig aggregirten Theilkörnern. Zwischen den Stärkekörnern sehr schön aus-gebildete Octaeder von Kalkoxalat (6 u. gross), welche auch im Gewebe desWurzelstockes angetroffen werden.

In den hornartigen Stücken des japanischen Ingwers liegt statt derStärkekörner ein Kleisterballcn in den Grundparenchymzellen.

Mikroskopische Charakteristik des Ingwerpulvers-Das gelblichweisse, scharf gewürzhafte Pulver besteht der Haupt-masse nach aus den eben beschriebenen Stärkckörnern und ausBruchstücken des diese als Inhalt führenden Grundparenchyms,resp. aus einzelnen Zellen und Zellfragmenten desselben; zwischenden Stärkezellen hie und da eingeschaltet eine Oelzelle mit citronen-gelbem Inhalt.

In der mit Chloral oder mit Kalilauge aufgehellten Probetreten dann als weitere Bestandteile des Pulvers besondershervor mehr oder weniger reichliche Bruchstücke von Treppen-und N etzgefässen, seltener von Spiralgef ässen, häufig mit an-geschmiegten schmalen gelb- oder rothbraunen Pigmentzellen oderauch ganze Stücke von Gcfässbündeln, begleitet von dickwandigenBastfasern oder auch letztere für sieh in ganzen Zellen oder inFragmenten, beim ungeschälten oder hall (geschälten Ingwer auchmehr oder weniger reichlich Fetzen des Korkgewebes.

Verfälscht wird das Pulver am häutigsten mit Mehlsorten,besonders mit Weizenmehl und, wie es scheint, vielfach mit bereitsextrahirtem, seines Oel- und Harzgehaltes beraubtem Ingwerpulver.Ab und zu sind auch Mandelkleie und gepulverte Semmeln alsBeimengung beobachtet worden.

Chemisches Verhalten. Die Menge der Stärke im Ingwer wird mit20 u /o angegeben. Die Ausbeute an ätherischem Oel beträgt 25°/ 0 (spec. Gewicht08750'885; Schimmel d': Co., 1. c.). Der Träger des scharfen Geschmackes istnach Thresh (1882) eine halbflüssige hellrothe Substanz (Gingeroi). Der Aschen-gehalt soll 8% nicht überschreiten und nicht weniger als 1'5% betragen.

Jamaika-Ingwer gab in Procenten Asche 3'71 (031 Sand), Cochin-Ingwer4-64 (0-21 Sand), japanischer Ingwer (gekalkt) 6'67 (0'24Sand), Bengal-Ingwer027 (1'67 Sand). Zwei Muster von ungeschälten Wurzelstöcken aus den botani-schen Gärten von Calcutta und Victoria gaben 4'36, resp. 6'6O°/ 0 Asche (mit0-1 und 0-8°/ 0 Sand).

Bockauf (1. c.) fand in 8 Proben der gewöhnlichen Handelswaare einenAschengehalt von 38%, in zwei älteren Ingwerpulvern einen solchen von4'43 und 4'83°/ 0 (Sand 0'63, resp. O66 0 /o). Asche lichtbräunlich, manganhältig.Ein Muster von Ingwer aus Brasilien (ungeschält, noch mit Nebenwurzeln undBlattscheidenresten) gab 9-359% Asche (mit 1'87% Sand).

27. Curcuma, Gelbwurzel. Der nach dem Abbrühen mitWasser getrocknete knollige, ei- oder birnförmige Wurzelstock