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Die wichtigsten vegetabilischen Nahrungs- und Genussmittel : mit besonderer Berücksichtigung der mikroskopischen Untersuchung auf ihre Echtheit, ihre Verunreinigungen und Verfälschungen ; mit 271 Holzschnitten
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II

Muskatnüsse und Macis.

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Stücke der Samenhaut aus kleinen polygonalen Tafelzellen mitbraunem Pigment oder mit den oben beschriebenen prismatischenschleifsteinförmigen etc. Krystallen, seltener Bruchstücke vonGefässbündeln mit engen Spiraltracheen.

Man untersucht in Wasser, am besten nach vorheriger Behandlung mitActher-Weingeist und unter Zusatz von Cochenilleglycerin, eine Probe mit Chloraloder Jod-Chloral, allenfalls mit Naphtylenblau oder Methylenblau zur Färbungder Pigment führenden Elemente. Nach Alkohol- und Kalibebandlnng findet manmassenhaft grobe farblose prismatische Fettkrystalle einzeln und in strahlig-facherigen, kugeligen und traubenföimigen Aggregaten, daneben auch lockere Hauf-werke und igelförmige Gruppen feiner nadelformiger Krystalle. Zur Isolirung derGewebselemente empfiehlt sich Erwärmen in Kalilauge.

Chemisches Verhalten. Die Ausbeute an ätherischem Oel von0'8650'920 spee. Gewicht, beträgt 815°/ 0 (Schimmel & Comp.). Durch Pressender erwärmten Muskatnüsse wird das Fett derselben, gemengt mit ätherischemOel, gewonnen und als Muskatbutter in den Handel gebracht. Die Menge desFettes beträgt etwa ein Viertel des verwendeten Materials. Der Aschengehaltder gepulverten Samenkerne wurde mit 2'41% (0'12% Sand) ermittelt.

Im Handel kommen zum ökonomischen Gebrauche nur ganzeMuskatnüsse vor. Verfälschungen derselben sind, wenigstens beiuns, wohl selten. Als Substitutionen werden die gleichfalls, wennauch weniger aromatischen Samenkerne von Myristica argenteaWarburg, die Papua-Muskatnüsse, genannt.

Ganze Samen (in der Testa) sind eiförmig-länglich, 4 bis4'5 Cm. lang, 22'5 Cm. breit, vorne etwas schmäler und stumpf-gespitzt, am Grunde flach abgerundet, an der kleinwarzigen Ober-fläche mit Ausnahme der graulich-weissen Nabelgegend rehbraunmit nur sehr flachen und breiten Eindrücken des Samenmantels.

Der gekalkte Kern (Papua-Muskatnuss) ist länglich-cylindrisch oder länglich, 33\5 Cm. lang, 1520 Mm. breit,gewaschen oft zum Theil noch mit Pesten der inneren Schichten derSamenschale, sonst lederbraun wie die Banda-Sorte. Am Querschnitteerscheinen die Ruminationszapfcn breiter, entfernter, einzelne biszur Mitte gestreckt reichend; sehr deutliche Leitbahnen. Im Bauestimmt die Papuanuss fast vollständig mit echter Muskatnuss überein.

Wiederholt wurden auch in unseren Tagen Substitutionender Muskatnüsse mit aus allerlei pulverförmigen Substanzen (Legu-minosen-, Buchweizenmehl, Thon, Muskatpulver etc.) mit Muskat-butter etc., sowie aus Abfällen und Bruch der echten Muskatnussnach Analogie des Kunstkaffees hergestellten künstlichen Muskat-nüssen beobachtet und in den Sechziger-Jahren soll eine ganzeSchiffsladung von hölzernen Muskatnüssen eingeführt worden sein.Auch Unterschiebung und Fälschung mit Muskatnüssen, welchedurch Extraetion mit Alkohol oder durch Destillation ihres äthe-rischen Ocles beraubt, oder mit von Insecten angefressenen undangebohrten Muskatnüssen, deren Löcher mit Fett, Mehl oderKalk ausgefüllt wurden, kamen vor.

Die Erkennung aller dieser Fälschungen ist bei aufmerk-samer Betrachtung der gewaschenen Oberfläche, resp. der Bruch-und Schnittfläche, leicht.