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Die wichtigsten vegetabilischen Nahrungs- und Genussmittel : mit besonderer Berücksichtigung der mikroskopischen Untersuchung auf ihre Echtheit, ihre Verunreinigungen und Verfälschungen ; mit 271 Holzschnitten
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II

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Muskatnüsse und Maois.

In einem Gemenge von Banda- und Bombay-Macis tretendiese schon makroskopisch als blutrothe Punkte hervor, wennman das Pulver mit (am. besten alkoholischer) Kalilauge befeuchtet.Unter dem Mikroskope sieht man dann die zerstreuten oder ge-häuften sphäroidalen Secretzellen und ihre Inhaltsballen, letztere inLösung (umgebende Flüssigkeit orange) begriffen.

Die Secretzellen und ihre Inhaltsmassen fallen übrigens schonim Wasserpräparate durch ihre glänzend gelbe oder orangerotheFarbe (siehe oben) auf. Gute Resultate erzielt man auch durchdie mikrochemische Anwendung der oben angeführten Mittel, ins-besondere von chromsaurem Kalium oder noch besser von Chrom-säure und von Äetzammoniak.

Als chemische Prüfungsmethode empfiehlt sich die von Waage, resp. vonBitsse (1. c.) angegebene, welche selbst bei geringem Zusatz von Bombay-Macis(2 —6°/o) sehr deutliche Besultate gibt.

I Ccm. eines filtrirten Auszuges von 3 Grm. Pulver mit 30 Ccm. absolutenAlkohols versetzt mit 3 Ccm. Wasser, einige Tropfen Äetzammoniak (oder Kali-lauge) zugefügt und durchgeschüttelt: Eeine Macis gibt eine gelbrothe (rosa),Bombay-Macis eine prachtvoll hellblutrothe oder (mit Amnion) orangerothe Flüssig-keit. Ein 5°/o Bombay-Macis enthaltendes Banda-Macispulver gab eine ebensointensiv gefärbte orangerothe Flüssigkeit.

Oder 1 Ccm. des Auszuges mit 3 Ccm. Wasser und 1 Ccm. l°/oiger Kali-ehromatlösung gemischt und zum Sieden erhitzt, gibt bei reiner Macis eine gelbebis orangegelbe, bei Bombay-Macis eine rothbraune (in einer b"/ 0 igeu. Mischungkaum weniger intensive) Flüssigkeit. Bezüglich der weiteren Proben sei auf dieoben citirten Arbeiten verwiesen.

Soltsien (Pharm. Ztg., 1893, 467) macht darauf aufmerksam, dass dieBombay-Macis (helle sowohl wie dunkle) sich nicht so sehr durch den höherenFettgebalt von der Banda-Macis unterscheide als vielmehr durch einen ganzbedeutend (fast zehnmal) grösseren Gehalt an ätherlöslichen Stoffen, welche inder mit Petroläther entfetteten Macis noch zurückbleiben. Die hohen Fettgehalte,die man bei Bombay-Macis angegeben findet, sind wohl darauf zurückzuführen,dass die Fettbestimmung durch Extraction mit Aether, nicht mit Petroläthergeschah. Die Aetherextracte sind harzartiger Natur, in Alkohol löslich und rfcgeben die Farbstoffreactionen. Aether- und Alkoholextracte sind bei Bombay-Macis viel dunkler als bei Banda-Macis. Als höchste Menge wurden aus Banda-Macis 3'5°/o Aetherextract erhalten, aus Bombay-Macis bis 30'5%-

Soltsien meint, dass eine sonst reine Macis, welche nach dem Entfettenmehr als 4°/ 0 an Aetherextract gibt, den Verdacht erweckt, mit Bombay-Macisverunreinigt zu sein, während eine Menge von ca. 6"/ 0 schon auf eine Verfäl-schung mit 10% Bombay-Macis schliessen lässt. Im concreten Falle können danndie mit dem Aetherextract auszuführenden Farbstoffreactionen die Benrtheilungüber die Menge des Zusatzes unterstützen.

IL Muskatnüsse. Sie sind (Fig. 229, B) eirund, 25—27 Mm.lang, an der Oberfläche netzaderig-runzelig, bräunlichgrau, vonKalk weiss bestaubt, abgewaschen nuss- oder lederbraun, aneinem Ende mit dem wallartig umsäumten Nabel, am anderenEnde mit der vertieften Chalazza versehen. Beide pflegen excen-trisch zu liegen. Zwischen ihnen an der häufig etwas abgeflachtenSeite des Samenkerns der gewöhnlich nur gegen den Hagelfleckzu als flache Rinne deutlicher ausgesprochene Xabelstreifen.*)

*) Die Nabclgegend erscheint am gewaschenen Samenkerne in der Begelals eine kleine rundliche oder gerundet-eckige, von einem graulichen, sehr fein