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Die wichtigsten vegetabilischen Nahrungs- und Genussmittel : mit besonderer Berücksichtigung der mikroskopischen Untersuchung auf ihre Echtheit, ihre Verunreinigungen und Verfälschungen ; mit 271 Holzschnitten
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Muskatnüsse und Maois.

dermis der Dehiscenzfläche in die Säulenzellen des Samenlagers. Die Länge derletzteren wird für I. verum mit 440—550, oft 490 p, für I. religiosum mit325—400, oft 375 JJ. und ausserdem angegeben, dass bei I. verum die Säulen-zellen die grösste Länge (Höbe) erreichen am Uebergange zur Sklereidenepidermisder Dehiscenzfläche, bei 1. religiosum dagegen am Grunde des Samenlagers. DieAleuronkörner fanden sie 10—22, meist 13—17 jj. gross bei I. verum, 7—15,meist 10—13 [J- (die Solitaire bis 26 p.) bei I. religiosum. Bei ersterem sind dieKörner lappig, an der Oberfläche uneben, von drusenartigem Aussehen, rundlich,oft auch gestreckt, wenig quellend in Wasser, selten mit einem Krystalloid, da-gegen mit reichlichen Globoiden; bei I. religiosum in der Regel oval oder ellip-tisch , immer an der Oberfläche glatt, glänzend, mit 1—3 Krystalloiden undmehreren Globoiden an einem Ende, leichter quellbar in Wasser; ausserdemgrosse, mehrere Krystalloide einschliessende Solitaire, welche I. verum fehlen sollen.Mit einem Karpell lasse sich leicht und sicher constatiren, ob man esmit echtem oder mit japanischem Sternanis zu thun habe, wenn man nach Be-seitigung des Samens das zerbrochene Karpell mit 1—2 Ccm. Alkohol in einerEprouvette kocht, die Flüssigkeit decantirt und mit Wasser verdünnt. JapanischerSternanis soll dabei eine ganz klare Flüssigkeit geben, während bei echtemSternanis dieselbe durch ausgeschiedenes Anethol milchig trübe wird. Beim.Verdunsten der alkoholischen Flüssigkeit gibt japanischer Sternanis schön aus-gebildete Krystalle (von Sikimminsäure ?), der echte Sternanis keine oder sehrkleine undeutliche Krystalle.*)

22. Muskatnüsse und Macis. Die getrockneten Sanien-kerne, beziehungsweise der getrocknete Samenmantel (Arillus) desechten Muskatnussbaumes, Myristica fragrans Iloutt., eines inallen Theilen gewürzhaften schönen Baumes aus der Familie derMyristicaeeen, ursprünglich den Molukken angehörend, jetzt in ver-schiedenen Gebieten Südasiens, besonders auf den Banda-Inseln.dann auf Reunion, Zanzibar und im tropischen Amerika cultiyirt.

Die reif an der Oberfläche orangegelbe oder braungelbe über-hängende Frucht ist eine fast kugelige, ca. 5 Cm. im Durchmesserbetragende einsamige Beere (Fig. 229, A), mit dickem, fleischigem,zuletzt lederartigem Periearp, welches durch Aufreissen an derBauch- und Rückennaht sich zweiklappig öffnet.

Der Samen, mit sehr harter, an der Oberfläche kleinwarziger,glänzend rehbrauner Samensehale, ist von einem am geschlossenenglockenförmigen Grunde mit dem Nabel verwachsenen, nach auf-wärts in bandartige flache Zipfel unregelmässig zerschlitztenfleischigen, nach dem Aufspringen der Frucht schön carminrothenSamenmantel umhüllt. Seine Zipfel laufen am Scheitel der Samen-schale zusammen und greifen zum Theil übereinander. An derOberfläche der Samenschale lässt der Arillus deutliche flache Ein-drücke zurück, die seine Form Aviedergeben.

Die völlig reifen Früchte nimmt man mit eigenen Obst-pflückern auf langen Bambusstangen sorgfältig ab.**) Nach Be-

*) Mir ist diese Probe trotz wiederholter Versuche nicht gelungen.**) Vergl. K. W. van Gorhum, De Oost Indische Cultures. IL Amsterdam1884; auch Flächiger, Pharmakognosie, Berlin 1891, 3. Aufl.; A. Tschirch,Indische Heil- und Nutzpflanzen, Berlin 1892; Warburg, Die Muskatnuss, ihreGeschichte, Botanik etc., Leipzig 1897. Prächtige Darstellungen in Lichtdruck derFrüchte, der Sortirung der Muskatnüsse, eines Muskatbaumhaines etc. im ..Co-loniaal-Museum" te Haarlem, 2. Heft.