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Sternanis.
inneren Samenhaut mit grossen gestreckten, einen braunen Inhalt führendenZellen, gewöhnlich im Zusammenhange mit der farblosen Krystallschicht undPartien des Endospermgewebes, endlich Stücke der Bastzellen und Stabzellenans dem Bündel unter der Dchiscenzfläche, sowie Fragmente von Gefässbündelnmit den oben beschriebenen Elementen. Nicht selten trifft man im Pulver aucheinzelne grössere und kleinere prismatische Krystalle aus der Krystallschicht an.
Um die Aleuronkörn er intact zu sehen, wird eine Probe des Pulversam besten in Petroläther ausgekocht und unter Cochenilleglycerin mikreskopirt.Eine Probe untersucht man zweckmässig, nach vorheriger Behandlung mit Aether-Weingeist oder Petroläther, in Wasser, allenfalls auch in Jod-Chloral und eineweitere Probe nach dem Kochen in Kalilauge, wodurch die Gewebsreste am bestenaufgeschlossen, resp. ihre Elemente isolirt werden.
Chemisches Verhalten. Der Sternanis gibt 4—5°/ 0 eLnes ätherischenOeles, welches gleich jenem des gemeinen Anis unter anderen BestandtheilenAn et hol enthält. Die Samen fuhren reichlich fettes Oel.
Der Aschengehalt der ganzen Frucht wurde mit 3'6% (unlöslich 0'2°/ 0 )-ermittelt.
Wiederholt wurde eine Substitution des beschriebenen echtenSternanis mit den ihm sehr ähnliehen, aber giftigen Früchten desin Japan häufig vorkommenden und besonders in Anlagen um dieTempel herum gepflanzten lllicium religiosum Sieb. (I. ani-satum L.*) beobachtet und kam es infolge dessen zu einigen Ver-giftungsfällen auch in Europa.
Als Unterscheidungsmerkmale**) dieses giftigen oder japanischenSternanis sind hervorzuheben: Die Früchte sind (Fig. 214, 2 und 219) imganzen kleiner (durchschnittlich 25 Mm. breit) als jene des echten Badian(durchschnittlich 32 Mm.), leichter, weniger holzig (Pericarp in Wasser auf-geweicht mehr lederartig).
Die Mitte der Unterseite der Sammelfrucht vorspringend oder in gleicherEbene mit dem Ducken der Karpelle, fast immer daselbst eine glatte, flache,kreisrunde, von einem schmalen, hellen, fast häutigen, vorspringenden Korksaumeumgebene Fruchtnarbe (Fig. 219, 3 und 220, 1).
Abgelöste Fruchtstiele (Fig. 214, 4 rechts u. Fig. 219, 1) 10—30 Mm.lang, ca. 1 Mm. dick, meist gerade, gewöhnlich an beiden Enden mit einemhellen ringförmigen Korkwulst, sonst gleich dick, graubräunlich oder röthlich-brann, längsrunzelig, häufig tief längsfurchig.
Karpelle kleiner (durchschnittlich 12—13 Mm. lang, 8 Mm. breit) alsjene des echten Sternanis, weniger stark zusammengedrückt, bauchiger (Fig. 219, 2),meist stärker klaffend und in eine dünne, Schnabel- oder selbst fast haken-förmig nach aufwärts gebogene Spitze vorgezogen (Fig. 214, 5, 219, 1 und 220, 2).Ihre Dehiscenzflächen schmäler, hellgelbbraun; Samenlager gewöhnlich grau-bräunlich, bräunlich- oder silbergrau.
Samen weniger zusammengedrückt, gerundeter, voller, heller, bräunlich-gelb und die Samenleiste an vielen mit einer warzen- oder knopfförnügen End-verdickung (gegenüber dem Nabelende) versehen (Fig. 214, 7 u. 220, 3).
Geruch der Früchte ganz eigenthümlich balsamisch, durchaus nichtanisartig. Geschmack anfangs scharf sauer, dann gewürzhaft, etwa an Karda-momen erinnernd, zuletzt bitter, bei einzelnen Früchten nur sauer und bitter,kaum gewürzhaft. Geschmack der Samen milde ölig oder ranzig, nicht aromatisch.
*) Skimmi, Kaempfer, Amoenit. exot. V, 881. Die Früchte enthalten alsTräger der toxischen Wirkung einen als Sik immin bezeichneten, dem Pikro-toxin aus den Kockelskörnern in der Wirkung verwandten Stoff.
**) A. Vogl, Mitth. d. Wiener med. Doctoren-Collegiums, 1881, TU, Nr. 11;Tschirch, Anat. Atlas; li.Pfister, Zur Kenntniss des echten und des giftigenSternanis. Sep.-Abdr. aus der Vierteljahrschr. d. Naturf.-Gesellsch. in Zürich,1892; W. Lauren, Ueber den Unterschied des echten und des giftigen Sternanis.Schweizer Wochensehr. f. Chem. u. Pharm. 1896, Nr. 31.