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Vanille.
Unter der Epidermis liegen noch einige eollabirte Gewebs-schichten aus dünnwandigen Zellen, zum Theil mit Kalkoxalat.
Der nährgewebslose Keim ist meist ganz geschrumpft; dort, wo er besserentwickelt ist, besteht er wesentlich aus einem kleinzelligen, Aleuron führendenParenchym.
Chemisches Verhalten. Die an der Oberfläche der Vanillevorkommenden Krystalle (Nadeln, Prismen, Tafeln) gehören demwichtigsten Bestandteile dieses Gewürzes, dem Vanillin, an.
Sie lösen sich nur wenig in kaltem, etwas reichlicher inheissem Wasser, leicht in Alkohol und Aether. Ihre farblosewässerige Lösung färbt sich mit Eisensalzen prächtig violett.*)
Die Menge des Vanillins fanden Haarmann und Tiemann (1876) in einerguten mexikanischen Vanille zu 1*69, in guter Bourbon-Vanille zu 2'48, in Java-Vanille zu 2'75%- v. Lentner erhielt 0956%; C. Denner (1887) bestimmte dieMenge Vanillin von im Marburger botanischen Garten erzielten Vanillefrüchtenmit 4-3°/ 0 .
Nach Tiemann enthält die Vanille auch die geruchlose Vanillesäureund von sonstigen Bestandtheilen der Vanille gibt Lentner (1872) ll'36"/ 0 Fett(Palmitin und Stearin), etwas Wachs, Harz (über 4%), Zucker (fast 10%):Gummi, Gerbstoff, Proteinstoffe etc. an.
Den Wassergehalt bestimmte er mit durchschnittlich 21%, den Aschen-gehalt mit 4-7%.
Gute Vanille muss die oben angegebenen Merkmale haben,insbesondere die entsprechende Länge und Breite; die Fruchtmuss biegsam, zähe, fleischig sein, von starkem, angenehmem,reinem Vaniilegeruche. Besonders geschätzt sind mit Vanillin-krystallen bedeckte Früchte.
Qualitätswidrig sind zu dünne, trockene, steife, brüchige,hellgefärbte oder bereits zweiklappig aufgesprungene (reife)Früchte von weit geringerem Arom.
Es kommt vor, dass nicht blos derartige Früchte, sondernauch solche verkauft werden, welche ganz oder theilweise ihresVanillingehaltes durch Extraction beraubt und sodann mit Peru-balsam oder Benzoetinctur bestrichen und mit Benzoesäure, resp.mit feinem Glaspulver**) leicht bestäubt wurden.
Auch Substitutionen der echten Vanille mit den Früchtenanderer Vanillearten, die hauptsächlich in der Parfumerie Ver-wendung finden, kommen ab und zu vor.
Es gehören hieher besonders die La Guayra-Vanille,die Pompona-Vanille oder Vanillon und die BrasilianischeVanille.
Die Früchte dieser Vanillesorten sind in der Regel weitkürzer und stets bedeutend breiter (bis 2"5Cm.), als die
*) Molisch, Michrochemie, glaubt auf Grund der von ihm erhaltenenEeactionen (mit Orcin-, resp. Phloroglucinlosung) schliessen zu dürfen, dass dasVanillin in der Droge alle Zellen durchtränkt. Die frisch geerntete Frucht enthältgar kein oder nur sehr wenig Vanillin, welches offenbar erst infolge der Trocknungaus einem anderen Bestandtheil hervorgeht. Das Secret der Papillen soll keinVanillin enthalten.
**) Heger'a Zeitschr. 1895, 363.