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Die wichtigsten vegetabilischen Nahrungs- und Genussmittel : mit besonderer Berücksichtigung der mikroskopischen Untersuchung auf ihre Echtheit, ihre Verunreinigungen und Verfälschungen ; mit 271 Holzschnitten
Entstehung
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Vanille.

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wand springen zwei gabelig getheilte Samenträger (Placenten) indie Fruchthöhle vor.

Das durchschnittliche Gewicht einer Vanillefrucht dürfte 4 Grin. betragen.An manchen Früchten findet man eine Anzahl der Länge nach gereihter kreis-runder, in der Mitte etwas dellenartig eingedrückter hellbrauner Marken

(Stigmen).*)

P>au der Vanille. Die etwa 1*5—2 Mm. dicke Frucht-haut hat unter einer in Glycerin oder Wasser gelblichen Cuti-cula eine äussere Epidermis aus in der Fläche (Fig. 213, 1, Ep)polygonalen oder verbogen polygonalen, zum Theil axil gestrecktenund gereihten derbwandigen Tafelzellen (60—150 \x lang, 45—90 f/.breit) mit grob getüpfelten Seiten und einzelnen Spaltöffnungen (sp).

Am Querschnitte (Fig. 212, sp., 1, Ep.) sieht man unter Chloral unter derCuticula die fast farblosen, stark gequollenen Cuticularschichten mit in ihrenäusseren Partien eingelagerten kleinen Körnern. **) Chlorzinkjod färbt die Cuticulagoldgelb, die Cuticularschichten blau oder nur blassblau, die eingelagerten Körn-chen oft'deutlich gelblich, die Zellmembran der Epidermiszellen tiefblau.***)

Die Epidermiszellen enthalten unter Wasser in einer fein-körnigen oder homogenen gelb- oder rothbraunen, auf Gerbstoffreagirenden, in Kalilauge mit brauner Farbe sich lösenden Grund-masse eingelagert je einen grossen (12—15 a), scheibenrunden,bräunlichen Zellkern, zuweilen auch braune rundliehe Körnerund meist nur einen wohlausgebildeten oetaedrischen oder prismati-

seitigen Dreieckes mit nach aussen gewölbten Seiten an. Die Basis des Dreieckeszeigt an den Uebergangsstellen in die beiden Seiten einen kleinen einspringendenWinkel, während diese am Scheitel des Dreieckes ohne Unterbrechung ineinanderübergehen. Von jedem der einspringenden Winkel verläuft eine bisweilen schonmit der Lupe sichtbare Linie gegen die Fruchthöhle. Ihr entspricht eine Doppel-reihe von radial gestreckten Parenchymzellen, welche das Gewebe der Fruchtwanddurchsetzt. Hier findet das Aufreissen der reifen Frucht in zwei ungleiche Klappenstatt. Die grössere gewölbte Klappe besteht aus einem ganzen und zwei halbenFruchtblättern, die andere kleinere Klappe aus den restirenden Hälften zweierFruchtblätter. Der Querschnitt zeigt in der Fruchtwand drei meist dreiglicderigeGruppen von Gefässbündeln, entsprechend der Mediane der drei Fruchtblätter,also in jedem Eck eine solche Gruppe. Dazwischen liegen kleinere und grössere,bald der Innen-, bald der Aussenseite genäherte Gefässbündel, im ganzen etwa12 grössere äussere und ebensoviele kleinere innere. Von den sechs in die Frucht-höhle vorspringenden Placenten sind je zwei einander genähert, und zwar in jedemPaar je eine Placcnta von den zwei anstossenden Fruchtblättern.

*) Es sind dies (Tschirch, Atlas, pag. 62) von den Pflanzern auf ßeunionmit Hilfe von Nadeln beigebrachte Verletzungen der Vanillefrucht und stellenHandelsmarken dar. Ausser diesen absichtlichen kommen ab und zu an derHandelsvanille auch zufällige, von Thieren herrührende ähnliche, aber flachereNarben vor. Wie Tschirch gezeigt hat, vernarben in beiden Fällen die Wund-stellen durch Ausbildung eines Wundcallus (Fig. 211) in normaler Weise rings umdie vorletzte Stelle

**) Hartwich, Ber. d. pharm. Gesellsch. Berlin 1895, hält diese bei der ganzanalog gebauten Frucht von Vanilla Guianensis gleichfalls an demselben Ortezu beobachtenden Körnchen für Cuticularknötchen.

***) Die Cuticula erscheint in der Fläche, besonders deutlich nach Behand-lung mit Kalilauge und Färbung mit Safranin über den Epidermiszellen von eineroder zwei glatten Stellen aus zierlich strahlig gestreift und zwischen den Streifenvon den eingelagerten Körnchen punktirt. Die Wand der Epidermiszellen ist farb-los, die Cuticula roth gefärbt.