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2 (1879) Lob - Zuneigung
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670
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670 Schlendrian.

der müßte wenigstes auch Pestalozzis Herz voll tiefer, aufopfernder Liebe mitbrimm

— Wir reden das vom leibhaftigen Schlendern namentlich auch den Pastorm

Gehör, die in ihren öffentlichen Katechisationen alles umduluuäo abmachen zu mimglauben und keine Ahnung davon zu haben scheinen, was je und je sogar im GMHause Vorgehen kann, während sie einem Theil ihrer Katechumenen die Kehrseitewenden. Das Auge ist bekanntlich eine starke Waffe des Thicrbändigers. Jn iKliegt eine Hcrrschermacht. Dieses großen Vortheils begiebt sich der Spaziergänger j«der Schule, selbst wenn er sonst kein Schlenderer ist. Wie erst, wenn sich innere »tzäußere Schlenderei zusammcnthun! — Was die Ergebnisse des Unterrichts bekifft, l» ,sind diese gewöhnlich in denjenigen Fächern, die mehr aus Uebung beruhen, wie Lese» !soweit es sich um dessen Richtigkeit und Fertigkeit handelt, Schön- und auch Rch Ischreiben, oder die vornehmlich das Gedächtnis beanspruchen, wie Memoriren, Istens nach Festigkeit und Sicherheit, Formenlehre, die materiellen Grundlagen zu G -schichte und Geographie in Namen, Zahlen rc. erträglich, oft gut besorgt. Aber», »es sich mehr um Dinge handelt, die eine geistanregende Behandlung verlangen,^ Iständnis fordern oder Einsicht und Geschmack, da fehlt es, und selbst in Dingen, t« zscheinbar ein mechanisches Betreiben noch am ersten zulassen, wird man doch versid- Inismäßige Vollendung vermissen. Dem Lesen wird es an guter Betonung, de, !Schönschreiben etwa an Fluß und Zusammenhang fehlen. Die auswendig xlernten Stücke werden unschön, lcierhaft und ohne Beachtung des Sinnes hergestz.In den Sprachen fehlt die Freiheit des Ausdrucks, die Gewandtheit, das, was geich >und gewußt wird, in sachgemäßem Ausdrucke, sei es mündlich, sei es schriftlich, wie» tzu geben. Den Jahrgängen einer Schule, die ein Jahr oder etliche in der Hand M sSchlenderers gewesen sind, geht es oft lange nach, und wenn gar diese Art ine»Schulaustalt zur Herrschaft gelangt, wird oft unheilbarer Schaden angerichtet. Manch!Gemeinde ist schon durch die geist- und leblose Amtsführung eines Schlendrian, kiihr vielleicht ein Menschenalter hindurch gelassen war, auf ein weiteres Menschemli-i :hinaus verdummt worden. Das gemeindliche, das wirthschaftliche, gewerbliche, häus-liche, vaterländische Leben empfindet die Folgen davon und bleibt um so sichern indem ohnehin so zähen Schlendrian des urväterlichen Herkommens hangen. Namentlichhat auch das geistliche Amt den Mangel an Uebung in geistigen Operationen oft sHm 1zu empfinden, und dies um so mehr, als sich mit den Nachtheilen, welche das geislizi ^Leben durch den Schlendergang des Lehrers erleidet, auch allerlei Nachtheile für bis ^sittliche Leben vergesellschaften. s

Es ist eine der nächsten Folgen eines schlenderhaften Unterrichts, daß Herz MLiebe für die Gegenstände der Schularbeit nicht gewonnen wird. Daraus mischdann Unaufmerksamkeit, Unachtsamkeit und entweder dumpfes Brüten und Trän»oder Zerstreuung in Nebengedanken und Nebenbeschäftigungen. Die Schüler «- ,!lieren darüber den Rcspect; ein ernst- und andachtloses Wesen lagert sich über »solchen Schule. Dem schlendernden Lehrer selbst ist es bei dem allem nicht rchipphl. Er sieht keine fröhlichen, sicheren Fortschritte, wird entweder muthlos, alSsimit den Leuten überhaupt nichts anzufangen; oder er wird verdrehen, räch aus brjoiWillen, will mit Drohen, mit Schärfe und Strenge, das Fehlende erzwingen,entfremdet sich so die jungen Herzen vollends. — Die Schlenderei des Lehrers »»laßt und duldet gewöhnlich auch Unredlichkeit verschiedener Art: Einbläserei, AbschreibernHeuchelei, Lügen in Wort und That. Was Einblasen betrifft, so haben wir es H zschon wiederholt erlebt, daß ein schlendernder Lehrer, weit entfernt, dasselbe als«Schulsünde zu verfolgen, selbst die vom Visitator erwartete Antwort einblies und chso mit den Schülern zum Hintergehen desselben verband! — Selbst bis auf u- ^Aeußere, bis aus Haltung des Leibes, des Stifts, der Feder erstreckt sich die Indo»; -welche sich aus dem Schlenderwesen herausbildet. Auch diese Dinge sind nicht ob« ^sittliche Bedeutung. Sie verlangen Selbstbeobachtung, Selbstverleugnung, wenn mH !im Kleinen. Der Lehrer, der auf solche Dinge nicht achtet, giebt eben hierin l» ,Fleische gewonnen Spiel; kleine Siege oder Niederlagen helfen aber größere vordem» 2

— Am heillosesten und giftigsten tritt das mehrbesagte Wesen hervor da, >oo mLehrer dem Höchsten und Heiligsten, was die Schule zu pflegen hat, dem ,Gottes gegenübertritt. Wie treibt solch ein Schlenderer z. B. das Bibellejk^