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2 (1879) Lob - Zuneigung
Entstehung
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Rousseau.

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ÄK'lde mr Humanität. Neben dem Mitleid ist die Achtung aller Menschen zu pflegen.^ Erwacht die sexuelle Neugier, so soll man entweder die Frage des Knaben garMn beantworten und ihn schweigen heißen, oder aber, wo es nöthig, eine einfache,

" wabre Antwort ohne Geheimthuerei geben. Man solle namentlich bei diesem Punctei Mmwid auf die Jugend wirken, und R. erzählt hier, wie ein Vater seinen Sohndadurch von der Ausschweifung zurückgebracht habe, daß er denselben in einen Saal^ mit Syphilitischen führte. R. ist reich an Warnungen und an Ralhschlägen, wie derNersriihuna und dem Mißbrauch des Triebes entgegenzutreten sei, um den jungen! Mensche» unversehrt bis zum 20. Jahre zu bringen. Je mehr der Zögling sich diesem! Mr nähere, desto offener müße man mit ihm reden, an sein Herz, seine Vernunft,Freundschaft ^d Dankbarkeit appelliren; im übrigen aber warnt R. davor, daß derErieher als welcher nicht der Feind, sondern der Diener der Natur sein soll, die! erwachende Begierde des Jünglings vor den Kopf stoße, und endlich hält er sogar dieAnwendung verzweifelter Mittel für empfehlenswerth. 8'il tunt «xu'nn t^run ts, ' siidjnßue, je ts livre pur xrstsrsncs n sein! äont je xenx te äslivrer; cznoi <xu'il! grrive, je t'nrrockerni plus nisement nux temwes cpu'n toi. Aber noch mehr,

^ R. nennt es einen Jrrthum, wenn der Erzieher ein vollkommener Mensch sein wollek ^ in den Augen des Zöglings; man soll ihm eher die eigene Schwachheit zeigen und

! ilm die scinige durch das Beispiel besiegen lehren, damit es nicht heiße, diese Alten

! wollen uns aus Neid wie Greise behandeln. Und nun höre man weiter: äe äsmnn-itöiois volontiere an Aouvernenr äs certnin jenne komme, cowkisu äs tois II est^ eutre äans uu mnuvnis lien xonr Is Service äs son elsvs. Oomkisn äs tois? je

^ me trampe. 8i tu Premiers n'öte n jnmnis an lidsrtin Is äesir ä'^ rentrer, s'ii

i u'en raxxorte 1e rexentir et ln konte, s'il ns vsrss änns votre sein äss torrsnsäe larmos, gnitter-ls n l'instnnt, U n'est czn'nn monstrs, on vons n'etes «pn'nniwdeoille; vons ns Irrt servirer jnmnis n risn. Und dies kann derselbe R. an-raihcn, der kaum zuvor gesagt, es sei nun Zeit, daß der Hofmeister aufhöre, des Zög-lings Kamerad zu sein.. Freilich meint er, ein solck extremes Mittel werde bei seiner^ Erziehungsmethode niemals nöthig werden.

! Wie werden sofort die socialen Tugenden bei Emil gepflegt? Er lerne seinenl Erzieher lieben, nicht aber werde er angehalten, ihm gehorsam zu sein aus Dankes-! ^ Pflicht; denn Undankbarkeit entstehe gerade aus der Lohnsucht der Wohlthäter. Das

i ! Gewissen, die Begriffe von Gut und Bös, Gerechtigkeit und Güte seien nicht durch

! dm Verstand zu wecken und zu formen, sondern sie entstehen im geordneten Fortschritti ! unserer primitiven Affectionen; kein einziges Naturgesetz lasse sich aus der Vernunft!> allein ableiten, unabhängig vom Gewissen, und jedes Naturrecht müße auf ein natür-I Wliches Bedürfnis des Herzens sich gründen. Aber nun, welches ist diese GrundneigungI Wdes Herzens? Es ist die Selbstliebe und I'nwonr äss immmes, äsrive äv I'nwonr,ß Wäö soi, est Is principe äs In jnstics Irnmnins und das Wort: was du willst, daßs dir die Leute thun, das thue du ihnen selbst, ist die Summe aller Moral. Für

i Rousseau fallen also Gewissen und Selbstliebe in Eines zusammen, die natürliche

Sensibilität ist die souveräne Regel des Lebens; hieraus erklärt sich der eudämonistische? Charakter seiner Moral. — Eingeführt in die Gesellschaft, soll Emil jeden Menschen^ str gut von Natur halten und ihn darum nach sich selbst beurtheilen, aber alle miti einander als entartet durch Vorurtheilc und Laster ansehn; er soll geneigt sein, jedes^ Individuum zu achten, aber die Menge soll er verachten. Am besten übrigens, meint' R., sei es, wenn man den Jüngling die Menschen aus der Ferne sehen lasse und dazus den Unterricht in der Geschichte verwende. Hier nämlich lese er in den Herzendm Menschen als einfacher Zuschauer ohne persönliches Interesse. In der Gesellschaft; höre man die Menschen nur reden, aber in der Geschichte könne man sie beurtheilennach den Thaten. Ein Ucbelstand sei freilich, daß die Geschichtschreiber mehr Schlech-ygkeiten malen als das meist in der Stille wachsende Gute, und die schlimmsteni Historiker seien diejenigen, welche, anstatt Thatsachen zu geben, das Urtheil aber dem: "pr zu überlassen, ihr eigenes Urtheil abgeben. Moderne Geschichte wird von R.

! s MZ abgewiescn, weil darinnen die Menschen alle gleich aussehen und die Geschicht-

^ Ichreibcr zu wenig wirkliche Gestalten geben; unter den Alten aber müße man die^Msachen denjenigen, welche ihr eigenes Urtheil einmischen, vorziehen. Als Hauptmangel