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2 (1879) Lob - Zuneigung
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Physik.

Physiognomik.

höhere Unterrichtsanstalten. Setzt Mathematik voraus. — Reichert. I. Ha.,,. Imuths Elementarnaturlebre, 18. Aust. Lehnt sich stark an die Mathematik an - ^P o ui ll et-Müll er, Lehrbuch der Physik. 2 Bände. 8. Ausl. Gut, enthält dGliche Zeichnungen, setzt Kenntnis der Mathematik voraus. — Müller, Lehrbuch!»Physik und Meteorologie. 2Bde. 12.Aust. Gut. Streng wissenschaftlich. — EisenloULehrbuch der Physik. 11. Aust. Neu bearbeitet von Prof. Zech. Ein gutes Werk !

o) Für besondere Zwecke dienen: Fliedner, I)r. Aufgaben aus der PW j5. Ausl. Für unsere Schulen zu hoch und umfangreich, paßt für die, die sich eingehender !und gründlicher mit dem Stoff bekannt machen wollen. — Als besonderes Werk: Med-iner, vr. Auflösungen dazu. 5. Ausl. — Helmholtz. Die Lehre von den ^Tonempfinduugeu als physiologische Grundlage für die Theorie der Musik. 2. Ausl. ^Ist den Musikliebhabcrn sehr zu empfehlen. — Mayer, I. R. Die Mechanik da >Wärme. 2. Ausl.

Tie Angabe dieser wenigen Bücher wird genügen als Fingerzeig für den Lehm. !um sich für seine Arbeit in der Schule und für sein Privatstudium die nöthigi,!Hülfsmittel auszuwählcu. Sorgen wir Lehrer alle dafür, daß der Wunsch des vnwenigen Jahren gestorbenen Meisters der Physik, vr. W. Eisenlohrs, immer mehr inErfüllung gehe, daß „der Antheil an der Naturwissenschaft im deutschen Volke immerallgemeiner werde und immer tiefere Wurzeln schlage." !

Künzelsau.. Oberl. I. G. Maier. j

Physiognomik. Die Idee einer Beurtheilung des geistigen Menschen „ch-seiner sinnlichen Erscheinung ist etwas so naturgemäßes, daß wir uns über ihr hoPAlter nicht wundern können. Wir finden sie als etwas ganz bekanntes schon iiiAristoteles erwähnt. Bekannt ist die von Cicero und Diogenes von Laerte erwähnteAnekdote von Sokrates und dem Physiognomen Zopyrus. In den pseudo-aristotelische»Büchern der Physiognomik werden schon drei Arten der Kunst unterschieden, indem die ^einen aus der Vergleichung der Individuen mit Thiergestalten schließen, die andern!,den Typus verschiedener Nationalitäten als Anhaltspunct benutzen, und wieder)andere nach bestimmten Zeichen der Gemüthsart urtheilen, besonders nach gewiß»Merkmalen der Leidenschaften und Affecte. Ohne Zweifel sind die Schluß ldieser Art uralt, und gewiß barg sich in ihnen ursprünglich ein Schatz naturwüchsigerBeobachtung und Menschenkenntnis, der aber vom Schematismus überwuchert wurdeDies geschah besonders durch die Verbindung der Physiognomik mit den Principe« Ider Astrologie, dieser verführerischen und imposant ausgebildeten Scheinwissenschaft mitfihren: die ganze Natur umspaunenden Apparat vor: schematischen Begriffen, Beziehungenund Deutungen. Häufig wurde die Physiognomik namentlich mit der Chiromantieverbunden, deren Regeln sich nicht nur auf das Schicksal, sondern auch auf de»Charakter bezogen. Ganz astrologisch war auch die Metoposkopie oder die Kunst, den ,Charakter des Menschen auf seiner Stirne zu lesen. !

Tie reinere Physiognomik der Alten wurde in glänzender Weise erneuert durchden Neapolitaner Joh. Baptista Porta (st 1615), welcher in seinem WerkesIruinunu pliz-sioZmomis, namentlich wieder die Zusammenstellung der Individualität:«mit Thiergestaltcn zur Grundlage seiner Schlüße machte. Portas Buch fand eineweite Verbreitung und wurde vielfach zu Auszügen und Bearbeitungen benützt, ohnedaß jemand versucht hätte, die Physiognomik auf festere Grundlagen zu bringen undnach den Grundsätzen der neueren Wissenschaft umzubildcn. Dies unterließ auebI. C. Lavater (geb. 1741, st 1801), dessen Name wohl am meisten in Verbindungmit der Physiognomik genannt wird. Seine begeisterte Empfehlung der Physiognomikin Wort und Schrift, sein prophetcnhaft schwärmerisches Wesen und sein bedeutenderpersönlicher Einfluß thatcn fast mehr zur Verbreitung der Idee der Physiognomik, ali ^seine ausführliche Bearbeitung dieses Gebietes in den „Physiogn. Fragmenten."Gerade weil Lavater wenig feste Grundsätze aufstellte und sich meist dem Gefühl oderdem Eindruck der unmittelbaren Anschauung überließ, konnte die von ihm gegebeneAnregung sich leicht ausbreiten. Zugleich wurde übrigens dadurch die Ausbildungeiner Schemwissenschaft vermieden, indem der Begriffsapparat fehlte, an welchen sch,wie es bei der Phrenologie ergieng, so leicht gedankenlose Nachahmer auklaminern.Lavater unterschied die Physiognomik als Lehre von dem ruhigen, habituellen Ausdruck