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2 (1879) Lob - Zuneigung
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Physik.

jenigeu, welche meinen, beim Unterricht in der Physik die religiöse Seite desSchLKgar nicht berühren zu dürfen. Es giebt gewiße Capitel der Physik, welche die Umacht Gottes, seine Erhabenheit, sein unmittelbares Eingreifen in die Natur und s»Weisheit uns recht deutlich vor Allgen führen. Und warum sollten wir nicht «»mitsein, neben der Offenbarung Gottes in feinem Wort auch seine Offenbarung in da!Natur auf die Herzen der Schüler wirken zu lassen? Wie groß und erhaben sind dnWerke Gottes gegenüber den schwachen, sich abmühenden Menschen, die mit all ihmvermeintlichen Kraft, mit all ihren Erfindungen und ihren Maschinen so unendlich dHzurückstehen müßen gegen das, was z. B. nur in einem einzigen Tag infolge der Ba-dunstung in dem Emporsteigen der Wasserkünste geschieht. Wie viele Millionen ZenimWasser werden täglich und jährlich Hunderte von Metern emporgehoben und so«Arbeit vollbracht, von deren Größe und Umfang wir uns nur annähernd einen Bwmmachen können. Oder denken wir an die geheimen Kräfte des Magnetismus duElektricität, deren Tiefen dem menschlichen Geiste noch viel zur Erforschung U« !lassen. Können diese Kräfte von selbst entstanden sein? Bei dem Unterricht in «,>!Physik kann also der Lehrer seine L>chüler nicht nur auf die Naturerscheinungen und!Naturgesetze, sondern auch auf den Urheber und Träger derselben Hinweisen. i

Endlich arbeitet der Unterricht in der Physik auch für das spätere Leben vor,Der Knabe lernt ein Handwerk oder wird ein Bauer, das Mädchen hat ihre Hmstaufgabe in der Haushaltung zu suchen. Die hiezu nöthigen Fertigkeiten und Keimtnisse lassen sich praktisch durch Uebung erwerben, manche auch theoretisch aus Büchern.Was hilft zur leichteren Erreichung dieses Zieles? Die physikalischen Kenntnisse bildeneinen nicht zu unterschätzenden Factor dabei. Das richtigere, sicherere, bestimmtereerfolgreichere Auftreten beim Lernen und Ausführen einer Arbeit fällt gewöhnlich b»jenigen zu, der mit klarem Blick die physikalischen Umstände, die dabei Vorkommen,erkennt und sich darnach zu richten weiß, und wäre es auch nur bei einer einfache,Arbeit, wie z. B. bei der Hantirung mit einem Hebel.

Nachdem wir die Noth Wendigkeit und den Werth des Unterrichts in derNaturlehre dargelegt haben, gehen wir im Folgenden auf die Auswahl des Stofseifür diesen Unterricht über.

Eine Auswahl zu treffen ist nothwendig. Der Stoff istso umfangreich, daß keineLehranstalt von der einclassigen Volksschule an bis hinauf zu den Seminaren denselbenzu bewältigen im Stande ist. Neben dem großen Umfang nöthigt zu einer Ausmaßdie für den Unterricht ausgesehte Zeit. Dieselbe ist für die einclassige Volksschuleäußerst knapp zugemessen, wie wir weiter unten sehen werden. Und wenn in der mch-classigen Volksschule, in der Mittelschule, in der Bürgerschule, in der höheren Mädchen-schule u. s. w. auch mehr Zeit dafür gegeben ist, so reicht diese doch nicht aus, Wden Unterricht in der Physik in umfassender Weise zu ertheilen. Man muß auch hi«noch den Stoff sichten und Entbehrliches ausscheiden, um zu einem erwünschten Zickzu kommen, um einen einigermaßen gründlichen Unterricht geben zu können.

Auch um des Lehrers willen ist eine Auswahl nöthig. Ich meine dies wenig«mit Rücksicht auf seine Kenntnisse, als vielmehr mit Rücksicht auf seine etwaigen Ä-lingsneigungen. Die Physik bietet verschiedene Capitel dar, bald leichtere, bald schwerer!,bald ansprechendere und einladendere, bald solche, die mehr befremdender und abstoßend«Natur sind. Da ist es für den Lehrer geboten, nicht nur zu nehmen, was ihm g»dünkt, sondern daß er sich in der Auswahl des Stoffs von allgemeinen Grundsätze»leiten läßt.

Eine weitere Nöthigung, eine Auswahl zu treffen, liegt in den Schülern. Bo»Unterricht in der Volksschule bis hinauf zum Unterricht in den Seminaren haben mires mit Leuten zu thun, bei welchen man mit der Auswahl des Unterrichtsstoffs schvorsichtig sein muß. Die Fassungskraft ist nach dem Alter und nach den Vorkennl-nissen keine solche, daß man unbedingt zugreifen und den Stoff beliebig wählen darf

Endlich gebietet selbst die vorhandene Literatur eine Auswahl. Wir haben zmrLehrbücher der Physik genug, worin der Stoff für die verschiedenen Schulen mdUnterrichtsstufen bearbeitet ist. Allein trotz dessen gilt der Satz: „ Prüfet alles und dniGute behaltet." Nehmen wir z. B. nur die Werke, die für die Volksschule geschriell"