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Phantasie.
Philanthropinisnms.
romantischen Phantasie Nahrung gegeben, als es in die Geschichte eintrat. Denn ob-gleich es das transscendente und das immanente Princip, das Romantische undklassische vereinigt, so mußte doch bei seinem Eintritt in die Welt das Transscendeni,betont werden. Die volle Entwicklung dieses überschwenglichen, auf ein Jenseits unddie Zukunft hindeutenden Factors der christlichen Idee findet man im Mittelalter.näher wir aber der neueren Zeit kommen, desto mehr macht sich die classischc Phantchwieder geltend, und die Epoche machenden Werke aller Künste aus der neueren Mwird man als eine Versöhnung des Romantischen und Classischen ansehen können.
3. Von den Mitteln, die Phantasie zu bilden. Nach den bisherige»Bemerkungen muß dem Erzieher und Lehrer die Frage nahe liegen, welche Mittel Haiman denn anzuwendeu, damit die Phantasie der Kinder und Schüler so gebildet werdedaß sie sich lebendig entwickle und doch auch nicht zur Phantasterei werde? Die A»i-wort auf diese Frage ist großentheils schon in anderen Artikeln des Handbuchs — wirverweisen namentlich auf die Art. Aesthetische Bildung und Kunst'— gegeben werde».Wir beschränken uns daher hier auf wenige Andeutungen, die sich auf den Schul-unterricht beziehen. Wenn jetzt allgemein zugegeben wird, daß aller Unterricht Bildungbezweckt und daß alle wahre Bildung nicht ein bloßes Wissen, sondern ein Wisse»und Können ist, so ist damit auch zugegeben, daß die Phantasiebildung in jedem U-dungsgeschäft eine wichtige Rolle spielt. Denn während das Wissen durch die Er-hebung vom Einzelnen zum Allgemeinen, also durch eine Verstandesoperation erlangtwird, ist das Können ein Anwender: des Allgemeinen auf das Einzelne, ein zweck-mäßiges Anwenden des Gewußten auf euren einzelnen Fall. Diese Jndividualisnuuzdes Allgemeinen ist aber gerade ein Werk der Phantasie. Somit wird auch die Uebunzund Bildung der Phantasie in jeglichem Unterrichte eine wesentliche und unentbehrlickiSeite ausmachen. Doch kann zugegeben werden, daß in manchen Lehrgegenständ!»der Schule die Verstandesthätigkeit die Phantasiethätigkeit überwiegt, dagegen gilt swandere Lehrgegenstände das Umgekehrte. So sind die deutschen Aufsätze vorzugswrisieine Uebung der Phantasiethätigkeit und einer sehr heilsamen und zweckmäßigen Ph»»-tasiethätigkeit, wenn die Themata richtig gestellt werden. Der Zweck der deutsch«»Aufsätze besteht ja darin, der allgemeinen Bildung der Schüler einen individuell!»Ausdruck zu geben. Und je individueller das Thema gestellt wird, desto mehr wirdder Schüler aus der Verstandesabstraction herausgerissen und genöthigt ein anschau-liches Gebilde hinzustellen und um so belebender ist eine solche Uebung für dirPhantasie. Das Leblose und Abstracte, das die Schulaufsätze so oft zeigen, kouunthäufig daher, daß man die Thätigkeit des Schülers nicht bis zu der individuell!»Spitze der unmittelbaren Anschauung hintreibt. — Ein anderer für die Bildung dirPhantasie durch deutsche Aufsätze wichtiger-Gesichtspunct, den wir freilich nur firhöhere Schulen werden geltend machen dürfen, besteht darin, ob dem Schüler z«seiner Darstellung das Material gegeben ist oder ob er es selbst finden und gleich-sam schaffen soll. Wenn z. B. Charaktere, die in der Geschichte oder in Epe«oder Dramen handelnd auftreten, geschildert werden sollen, so gehören solche AuWmehr zu der reproductiven Gattung. Wenn aber einem Schüler zugemuthet wird,eine Handlung zu finden, in der sich ein genau qualificirter Charakter veranschaulich!,so ist eine solche Thätigkeit mehr productiver Art. Die Aufsätze der letzteren Ar!regen^ die Phantasie am meisten an und find daher auch den Schülern am inims-santesten, weil sie dabei den Reiz einer gewissen schöpferischen Thätigkeit empfind!«.Vielleicht hält man Aufsätze von dieser Art für zu schwierig; allein man kann dilProbe machen, daß wohl vorbereitete und gehörig instruirtc Schüler sogar Parastl»und Fabeln zu machen im Stande sind. — Wenn es aber auch die deutschen AuMvorzugsweise sind, durch welche iiü Schulunterricht die Phantasie in Bewegung gWund gebildet wird, so können doch, wie schon bemerkt, auch alle anderen Unterrichtgegenstände das Ihrige dazu beitragen und sie thun es in allen Fällen, wenn nick!das Wissen für den letzten Zweck des Unterrichts gehalten, sondern das Können «lidie eigentliche Frucht desselben gesucht und gefunden wird.
Philanthropinismus. Die philanthropinistische Bewegung in der zweiten Hilstdes 18. Jahrhunderts hatte, wie dies bei jeder bedeutenden geistigen Bewegung dirFall ist, ihre Berechtigung in den allgemeinen Zuständen jener Zeit, aber dann suck