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2 (1879) Lob - Zuneigung
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Pädagogik des Alien Testaments.

geltungsordnung. Aber eben in den Gesetzen der letzteren und überhaupt in dem i»voller Freiheit seine Wege durchführenden göttlichen Rathe finden Segen und Uuchder Eltern auch ihre Schranken. Sie sind keine Bannsprüche, denen für sich disMacht einwohnt, segnende oder rächende Gewalten in Bewegung zu setzen; sondern ff j khaben Realität, eben sofern sie den göttlichen Rathschlüssen dienen, die nach Umstand!» ! kin ganz anderem Sinne, als der Segnende oder Fluchende es meinte, sich erfülle,,.!Dies zeigt sich bereits in dem Segen Isaaks (Cap. 27); besonders lehrreich aber iKin dieser Hinsicht das Vermächtnis Jakobs (Cap. 49).

lieber den größten Theil des Zeitraums, welchen Jakobs Geschlecht in der Fremd!« kschaft Egyptens zubrachte, geht der biblische Bericht schweigend hinweg. Erst mit dm 'Ablauf desselben beginnt die göttliche Pädagogie wieder einzugreisen, und hier nun,«,der Schwelle eines neuen Zeitraums, .tritt uns, auf das Ganze des Volks bezöge,,der Gedanke der Sohnschaft Gottes entgegen (vgl. 2 Mos. 4, 22. 5 Mos. 8,z'32, 10 ff.). — Diese Sohnschast Gottes hat durchaus ethische Bedeutung. Es liegt tin ihr, daß Gott Israel als Bundesvolk durch einen Act seiner erwählenden Liebe iw'Dasein berufen hat (5 Mos. 32, 6.) , und sie bezeichnet demgemäß das einzigartigeVerhältnis der Liebe und Angehörigkeit, in welchem Israel zu seinem Gotte sich..So entspricht dem Begriff der göttlichen Sohnschaft der des heiligen Volkes (vg>. -5 M. 14, 2. mit V. 1.), das Jehova aus allen Völkern ausgesondert (3 Mos. 20,26), !sich zum Eigenthum angenommen und in seine Gemeinschaft versetzt hat (2 Mos. Ig.!4—6.). — Diese Heiligkeit Israels stellt sich zunächst in äußerlicher Weise dar. A!wird nämlich zunächst nur ein objectiver Heiligkeitsstand begründet, an dem jüaJsraelite Antheu hat vermöge natürlicher Abstammung und äußerlicher Einverleibung,nicht vermöge geistlicher Neugeburt und innerlicher Lebensgemeinschaft mit Ged.Aber das Wort Moses (4 Mos. 11, 29.) läßt erkennen, auf was der Endzweck dirBerufung Israels gerichtet ist, nämlich auf die Herstellung einer von dem Geiste GMerfüllten Gemeinde, die im vollen Sinne des Wortes heiliges Volk heißen kam)Hiernach hat die göttliche Pädagogie in Israel immer die Richtung von d»Aeußern auf das Innere, von der unvollkommenen Erscheinung dn>Gegenwart auf ein Vollkommenes, das erst in der Zukunft sich entwickeln soll.

Dieser Pädagogie dient zunächst das Gesetz, durch welches Gott dem Volk sein«Willen offenbart, damit, wie Er heilig ist und sein Volk heiligt, nun auch dieses Msich heilige (3 Mos. 11, 44 f.). Das Gesetz bezieht sich auf alle Verhältnisse und ijZustände des Lebens; hiebei geht seine Forderung keineswegs bloß auf eine äußerlich!.Angemessenheit des Wandels an den göttlichen Willen. Im Gegentheil enthält «sGebote, die auf das Innere, auf die Heiligung der Gesinnung gehen (5 Mos. 8,5.

3 Mos. 19, 18. 5 Mos. 11, 18. u. s. w.). Aber es stellt die äußerlichen und tu !innerlichen Forderungen unvermittelt neben einander. Für das ganze Gesetz in alle, >seinen Theilen ist die Form die gleiche, nämlich die des unbedingten Gebotes. Amidas geringfügigste Gebot fällt unter den Gesichtspunct des dem ganzen Gesetze zuleistenden Gehorsams (5 Mos. 27, 26.). So wird der Mensch zu der Erkenntnisgeführt, daß ihm das Maß dessen, was er sein soll, in einem alles bedingenden und,beherrschenden, absolut vollkommenen Willen gegeben sei. Und eben dadurch Mdauch das Gewissen geschärft, die Ahnung einer höheren Gottesgerechtigkeit, die Er-kenntnis des Bösen als Sünde und damit ein kräftiges Schuldbewußtsein gelvak.Diese Gebundenheit an den göttlichen Willen ist zwar, wie Rosenkranz (S. ISlsmit Recht sagt, gegen die phantastevolle Anschauung des Ethnicismus ein scheinbar«Rückschritt, aber für die Befreiung des Menschen ein entschiedener Fortschritt.

Liegt schon in dem über den Charakter des Gesetzes im allgemeinen Bemerk!«ein Beleg dafür, wie die Pädagogie desselben von außen nach innen geht; so konwi !hiezu noch im besonders!, daß die ganze Ritualordnung vermöge ihres symbolisch«Charakters den innern Heiligungsproceß abspiegelt und so das Wesen und Bedürsi»des letztem zum Bewußtsein zu bringen geeignet ist. Ueberdies giebt das Glich,präcise und ins Detail gehende Vorschriften vorzugsweise nur hinsichtlich dessen, Mder Mensch nicht thun soll; in Bezug auf die positiven Pflichten gebietet es manch«das in seiner Intention liegt, gar nicht ausdrücklich, stellt vielmehr nur die Thatsach")