Erholung.
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Pflanzungen der Erziehung und kann allein die ganze Arbeit verderben,die Ansätze organischen Geisteslebens in »amorphes Gerolle« ver-wandeln.
Hier liegt zu häufig auch die Ursache, weshalb gut befähigte Kin-der keinen Geschmack an geregelter geistiger Arbeit finden und dieihnen von der Schule und vom Hause auferlegte Pflicht nur mit Wider-willen und daher unter einem das Nervensystem schädigenden geistigenDrucke erfüllen.
Leider hält manche Mutter das Viellesen ihrer Tochter für löb-lichen Fleifs, und sie begünstigt es um so lieber, als sie sich dannweniger um ihr Kind zu kümmern braucht. Sie bedenkt nicht einmal,dafs jedes Lesen, besonders aber das Viel- und Durcheinanderlesen,Nervenkraft verbraucht, die besser für den Unterricht aufgespart bliebe.
Aus unsern Ausführungen ergiebt sich, dafs die Privatlektüre aufein geringes Mafs zu beschränken ist. Aufserdem mufs als Regel fest-gehalten werden, dafs der Lesestoff zum Unterrichte in Beziehung zutreten hat, und zwar im Interesse einer einheitlichen, organischenGeistesbildung. Natürlich läfst sich dieser Gedanke erst dann voll-kommen verwirklichen, wenn mehr Ruhe in den Unterricht kommt, sodafs das Kind Zeit hat, sich in einen bestimmten Stoff ganz einzuleben.Dann kann etwas wertvolle Privatlektüre nicht allein eine angenehmeUnterhaltung werden, sondern auch zur Belebung des Schulunterrichtsund zur Hebung seines Erfolges beitragen.
Die Auswahl darf sich also nicht, wie es vielfach leider geschieht,nach dem schönsten Einbande dessen richten, was der Buchhändlerzur Ansicht ins Haus sendet; sondern die Schule hat auch in ihremeigenen Interesse die Pflicht, das Haus auf eine Anzahl guter Jugend-schriften aufmerksam zu machen und gleichzeitig die Schulklasse anzu-geben , wo sich dieser oder jener Lesestoff dem Ganzen der Geistes-bildung einzufügen hätte. Es würde nicht die geringste Aufgabe desSchulprogramms sein, in dieser Beziehung dem guten Willen der Elternhelfend zur Seite zu treten.
Über die Gesichtspunkte, nach denen eine solche Auswahl zutreffen wäre, könnte sehr umfassend geredet werden; es sei aber nurerwähnt, dafs von der Wahl eigentliche Lehrbücher ausgeschlossenbleiben müssen, dafs sie sich mehr in dem Bereiche der Unterhaltungs-litteratur zu halten hat, ohne aus dem Gedankenkreise des Unterrichtes