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Nervosität und Einheit des Unterrichts.
sich bei ununterbrochenem Schulbesuch leicht hätte bewältigen lassen,und bei den meisten Mädchen bleibt auch die verrufene Gemütsdepres-sion 1 ) nicht aus.' In den hohem Knabenschulen kommen Versäumnisseviel weniger vor, weil der Schaden erfahrungsgemäfs bei der strengenVersetzungsprüfung hervortritt; aber in Mädchenschulen, besonders inprivaten, die es mit den Eltern nicht verderben wollen und es auch beiden Versetzungsprüfungen meistens nicht allzu genau nehmen, sind siezum drückenden Mifsstande geworden.
Ob sich auch wohl alle Hausärzte, welche gern über den schäd-lichen Einflufs der Schule, insbesondere über Schädigung der Nerven-kraft klagen, in dieser Beziehung ihren nutzbringenden oder schädlichenEinflufs klar gemacht haben?
Noch ein Punkt bedarf hier besonderer Erwähnung. Viele Elternvertrauen ihre Kinder aus Geldrücksichten in den ersten Jahren derSchulpflichtigkeit der Volksschule an und übergeben sie erst dann derhöhern Mädchenschule, wenn im Unterrichte die Fremdsprachen auf-treten müssen. Natürlich reifst auch bei dieser Gelegenheit das Gewebeder Geistesbildung ab, und die Unzuträglichkeiten, welche für das Kindin der Regel entstehen, kennzeichnen diese Art Sparsamkeit als einewenig angebrachte. An solchen Orten, wo eine höhere Mädchenschulebesteht, welche sämtliche Schuljahre umfafst, ist das Kind am bestengleich zu Beginn der Schulpflicht derselben zu übergeben.
Die genaue Verknüpfung der Unterrichtsfächer untereinander, sowieder sorgfältige Anschlufs des Neuen an das Alte verlangt von einerguten Schule, dafs sie ihr eigenes Lehrerkollegium besitzt und sich nichtmit zusammengeborgten Lehrkräften zu behelfen sucht, denn nur imFalle sich die Lehrer der Anstalt ganz widmen, mit ihrer ganzen Per-sönlichkeit in den Schulorganismus hineinwachsen, ist eine so sorgfäl-tige Arbeit möglich, wie wir sie gerade für das schwächere Geschlechtin Anspruch nehmen müssen. Lehrkräfte, welche einer Anstalt nureinzelne Freistunden widmen können, vermögen bei der gröfsten Tüch-tigkeit nur mangelhaft zu wirken. Leider aber meidet manche vor-nehme Familie in übel angebrachter Liebe zur Exklusivität die miteinem eigenen Lehrerkollegium versehene öffentliche Schule und wendet
’) Emminghaus a. a. O. S. 34.