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Nervosität und Mädchenerziehung in Haus und Schule
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Nervosität und Einheit des Unterrichts.

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■denn niemand vermag den Unterricht so genau weiterzuführen, wie derLehrer, welcher auf Grund seiner eigenen Erfahrung und Kenntnisweiter arbeiten kann.

Die Eltern aber mögen bedenken, dafs aus den angegebenen Grün-den für den Fortschritt kaum etwas schädlicher wirken kann, als derÜbergang von einer Schule zur andern. Jeder Lehrer weifs aus Er-fahrung, dafs z. B. Kinder von Offizieren und häufig versetzten Beamtenlängere Zeit nach dem Eintritte in eine neue Anstalt selbst bei guterBegabung Mühe haben, mit dem Durchschnitt der Klasse gleichen Schrittzu halten. Hier ist die Gefahr der Überanstrengung sehr grofs, undgerade bei Mädchen bewirkt aufserdem leicht die Hemmung des oft allzuempfindlichen Ehrgefühls, von welchem übrigens später noch die Redesein soll, Sorge und Angst vor dem Bestehen in der Schule in einerdie Nervenkraft schädigenden Weise 1 ).

Eltern, welche einen festen Wohnsitz haben, sollten sich daher desVorzugs, dafs ihre Kinder nicht unter einem beständigen Schulwechselleiden müssen, freuen und nur bei unumgänglicher Nötigung einenWechsel am Orte veranlassen. Wo Grund zur Unzufriedenheit mit derSchule vorliegt, da läfst sich sehr oft durch Rücksprache mit dem Di-rektor oder dem Klassenlehrer Wandel schaffen; wo es sich aberum die blofse eigene Empfindlichkeit handelt, da sollte man es sichgründlich überlegen, ob man ihr zu Liebe das körperliche undgeistige Wohl der Kinder einer oft nicht unbedeutenden Schädigungaussetzen will.

Auch Schulversäumnisse wirken schädlicher, als sich dies manche Muttervorstellen mag, die ihr Kind beim geringsten Anlasse gern zu Hause hält•oder es schon vor Beginn der Ferien mit in die Sommerfrische und insSeebad nimmt. Wenn das Kind nach einer Versäumnis wieder in dieSchule eintritt, so wird ihm nicht allein die Auffassung des weitern Unter-richts, der sich doch auf den vorausgehenden gründet, schwerer, weil diezur Erfassung nötigen Voraussetzungen fehlen, sondern es mufs auch dasVersäumte nachholen, und zwar in der Regel ohne die helfende Thätig-keit des Lehrers, der sich um den Einzelnen nur in beschränktem Um-fange kümmern kann. So wird eine Arbeit schwer und schädlich, die

*) Emminghaus, Die psychischen Störungen im Kindesalter, S. 140.

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