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Über Unterrichtsstoffe.
nicht ganz wirr im Kopfe, so verdankt sie es nur ihrer widerstands-fähigen gesunden Natur 1 ).« Mit noch viel gröfserem Rechte hätte erüber die Buntheit der Übungsstücke eines Ploetz und der meistenandern fremdsprachlichen Lehrbücher klagen dürfen.
»Viele Kaufleute reisen alle Jahre nach der Leipziger Messe. Rö-mische Gesandte kamen nach Karthago, um die Auslieferung des Han-nibal zu fordern. Du wirst nicht mit ihm gehen, du wirst mit mirkommen. Gehören ihm diese Gärten oder hat er sie gemietet? Ichzweifle, dafs sie ihm gehören. Im Jahre 158g wurde Heinrich IVKönig von Frankreich. Wir werden am 1. Juli nach London reisen,und wir werden am 15. nach Hamburg zurückkommen. Im Jahre 711nach Christi Geburt kamen die Araber nach Spanien. Halte ihn zu-rück, er wird sich ins Verderben stürzen. Im Jahre 1519 kam Karl,König von Spanien, nach Deutschland und wurde Kaiser 2 ).«
Dem gegenüber ist der von Pelm an und Klencke getadelteÜbelstand, auf den wir übrigens noch zurückkommen werden, dasreine Kinderspiel, denn dort bleibt das Kind wenigstens eine Stundelang in demselben Gedankenkreise, während es hier unaufhörlich voneinem Gegenstände zum andern gestofsen wird. Man lese nur dieangeführten Sätze nochmals durch, und man wird sagen müssen, dafsein solcher Unterricht entweder zur baren Gedankenlosigkeit führenoder das Gehirn mifshandeln mufs.
Erfreulicherweise mehren sich auch schon die Bücher, welche eineandere Art des fremdsprachlichen Unterrichts erstreben. Die Lehrmittelvon Vietor und Doerr für das Englische, von Kühn für das Fran-zösische bedeuten hinsichtlich der Erleichterung des Erlernens der Fremd-sprachen einen grofsen Fortschritt, indem sie dem Unterrichte zusammen-hängende Stücke zu Grunde legen, wodurch nicht allein das Interesseam Unterricht, sondern auch das Behalten und zweckmäfsige Verwen-den der Vokabeln gefördert wird.
Bei der Auswahl der Sprachstoffe nun ist vor allen Dingendarauf zu achten, dafs sie bei sprachlicher Brauchbarkeit sachlich nichtzu schwer sind, denn da die Lektüre in der Fremdsprache notwendigeine gründlichere sein mufs als in der Muttersprache, so häufen sich
') H. Klencke, Am Webstuhl der Zeit I, 150.
2 ) Ploetz, Elementarbuch. 34. Aufl. Lekt. 86.