Die Nervosität und das erste Schuljahr.
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Gelegenheiten betet, müssen den Unterrichtsstoff nach der religiösenSeite ergänzen.
Die Betrachtung der Aufsenwelt ist mit dem Unterrichtsstoffe inZusammenhang zu bringen, und zwar nicht durch flüchtige Erinnerungenund vereinzelte Hinweise, sondern auf zahlreichen, planmäfsig gewähltenund sorgfältig auszunutzenden Schulwanderungen. Sie sind, wieZi 11 er und Lange 1 ) gezeigt und besonders Lomberg 2 ) hübsch aus-geführt hat, dem Geiste so notwendig, wie dem Leibe das Essen undTrinken, da sie Anschauungen vermitteln, ohne welche der Unterrichtin die Luft baut. Sie müssen daher eine ihrer Bedeutung entsprechendeStellung im ganzen Schulunterrichte, besonders aber in demjenigen desersten Schuljahres haben.
So gestaltet sich der Gedankenkreis ohne grofse Anstrengung fester,einheitlicher und gewinnt dadurch Kraft, einer gegebenen Richtung zufolgen und sich selber Richtung zu geben: die Schule ist »die natürlichansteigende Fortsetzung der bisherigen Lebensweise«.
Es fehlt freilich noch viel, bis das erste Schuljahr einer Mädchen-schule allerorten dem Bilde gleicht, dessen Umrisse wir hier teilweiseausgeführt haben. Noch gar zu häufig sind die Schulen, in denen mandem jungen Geiste nicht schnell genug das Lesen und Schreiben — »dieLast der Zeichen«, wie sich Herbart treffend ausdrückt — auf-halsen kann, sowie eine lange Reihe unverstandener und daher schwerzu behaltender biblischer Geschichten, Katechismusstücke, Bibelverseund Gesangbuchsstrophen. Nicht als ob wir Lesen und Schreiben vomUnterricht des ersten Schuljahres gänzlich ausschliefsen^ wollten, aber esmufs wichtigerer Dinge halber im Interesse einer zwanglosen Geistes-kultur in den Hintergrund treten. Geschieht dies, so bietet sich für dieErhaltung der Gesundheit noch ein weiterer Vorteil: die Schüler brauchennicht lange in schädlicher Haltung über Büchern und Tafeln zu sitzen,weder in der Schule noch zu Hause, wodurch die dem Gehirn schadendeÜberfülle an Blut 3 ) vermieden wird.
Wer sich aber mit Pelm an und Rochard über die während derSchulzeit verlangte Unbeweglichkeit und das Stillsitzen entsetzt, der
J ) Lange, Über Apperception. 3. Aufl. Plauen 1889.
2 ) Lomberg, Über Schulwanderungen. Langensalza 18S8.
3 ) Baginsky, Schulhygiene, S. 444.