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Nervosität im Kindesalter.
nächtliches Aufschrecken war häufig, das Aufstehen am Morgen fieldem Kinde schwer. Später erst gab es auf Befragen an, dafs es sichmatt fühle, »Kopfweh« habe, schlecht schlafe, leicht vergesse und keineLust zum Lernen habe. Die Gesichtsfarbe wurde blafs; doch wurdehäufiges Umschlagen derselben in lebhafte bläuliche Röte bemerkt. Un-regelmäfsigkeiten des Appetits traten öfter hervor . . . .« (Beobachtungvon Emminghaus.)
2. »D. D., ein elf Jahre altes Mädchen, schlank gewachsen fiirihr Alter,- von gutem Aussehen, mit braunen Augenbrauen, braunemHaar und etwas stumpfem Gesichtsausdruck, die Stirn senkrecht undhoch; der Vorderkopf etwas schmal, die Scheitel hoch und der Hinter-kopf sehr grofs. Sie ist in der letzten Zeit ungewöhnlich rasch ge-wachsen ; man schildert sie als ein freundliches und liebevolles Kind,das aber scheu und furchtsam ist. Einige Monate bevor ich sie sah,verlor sie ihre gewöhnliche Munterkeit und erschien fortwährend ver-driefslich, ohne dafs sich eine Ursache auffinden liefs. Bisweilen warsie selbst in Gesellschaft von Kindern ihres Alters ganz still und schweig-sam, blieb gern mit sich allein und sprach mit sich, und zwar manch-mal in sehr aufgeregter Weise. Sie schien von Sinnestäuschungen oderVorspiegelungen heimgesucht zu sein, denn sie redete manchmal, alswenn sie für diesen oder jenen spräche, der gegenwärtig wäre, unddann wieder machte sie viele Fragen über die gleichgültigsten Dinge undwiederholte die Fragen vielmals hintereinander. Tage gab es, an denenihre allgemeine Aufregung sich kund gab durch Schluchzen und anderehysterische Symptome, aber niemals klagte sie über Schmerz oder überein anderes Leiden. Im übrigen schien die Kleine an Verstand gegenihre Geschwister nicht zurückzustehen, und obwohl sie dieselben nichtzu lieben schien, so konnte sie doch bisweilen bei einer weiblichen Hand-arbeit, die sie gerade interessierte, bei einer Schwester stundenlang Zu-sehen ; auch setzte sie sich bisweilen auf ein kleines Pferd und ritt um-her , allein sie erregte doch gröfsere Besorgnis, da der Geisteszustandmehrerer Verwandten von väterlicher Seite durchaus nicht richtig ge-wesen war . . . .« (Beobachtung von Conolly.)