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Französische Sprache.
wer im Unterricht nicht von Lehre zu Lehre eilt, sondern regelmäßig und allsofort dasGelernte durch Einübung den: Gedächtnis fester einprägt und im Geiste tiefer legt,also zur Lehre die Einübung fügt. Dieses Geschäft darf kein Lehrer für Zeitverschwen-dung achten, er muß ihm vielmehr mit Geduld und allem Nachdruck obliegen. Istaber das neue Pensum (die neue Flexiousform, Regel oder Satzconstruction) genügendcingcprägt, so hat er cs auch noch zweitens mit diesem oder jenem früher abgemachtenin mannigfache Verbindung zu setzen und in sinniger Anwendung zu üben. Zur Ein-übung trcre also noch die Wiederholung und Durcharbeitung. Wo immer diese beidenStücke wohl beachtet werden, gestaltet fick das Gelernte gewiß allmählich zu einemsickeren Eigenthum und freien Besitz; ohne sie möge dagegen niemand im französischenSprachunterricht auf dauernde Erfolge zählen. Doch übersehe mau nicht: man mußsich aus dem crsteren, dem Einüben, auf allen Stufen und in allen Gebieten desUnterrichts, also schon im Elemcntarcursus und vornämlich in der Fibel, eine Pflichtmachen und so auch in Beziehung auf das zweite wohl bedenken, daß es mit einemgelegentlichen Wiederholen nicht gethan ist, weil cs kaum halbe Zinsen trägt; nochweniger mit einem, durch ungenügende Arbeiten und verdächtige Antworten plötzlichabgenöthigten, weil dieses in der Regel zu spät kommt und verdrießlich verläuft, son-dern daß nur das planmäßige Wiederholen und Durcharbeiteu den ganzen Nutzenstiftet. Das Sicherste möchte daher sein, all seine Sprachstunden in fast unabänder-licher Weise zu thcilen 1) in das sonc> er, die Controle, ob das in der früheren Lcc-tion Gelernte und Geübte im Geiste des Schülers noch vorhanden ist und ob „esgeht"; 2) in das ovanoer, das theoretische Turcharbciten der neuen Materie, und3) das sxsroor, das Einprägen und Einexercireu des Neuen und, sobald cs fest-fitzt, dessen systematische Verbindung mit dem hieher gehörigen Alten. Auf diesemWege streng geregelten Lernens, Uebens und planmäßigen Wiederholens ist mit Be-stimmtheit nicht nur auf festen Besitz der erforderlichen Kenntnisse sondern auch ansgenügendes Geschick in Verwendung des Gelernten zu rechnen und so wird gründlichesWissen und gründliches Können die reife Frucht des praktischen Verfahrens im fran-zösischen Unterricht sein. Und hiemit haben wir auch dargcthan, wie wir den viel-angerufenen Namen des praktiscken Schulunterrichts auffassen: er pflegt zuerst dasWissen, das er durch ein richtiges, wohlgeordnetes, gründliches und formalbildendesErkennen erwirbt; dann aber auch durch Einüben, Wiederholen und Turcharbciten dasKönnen, soweit der thatsächliche Gebrauch im Leben es fordert und die Schule eszu leisten vermag.
Ties die fünf Principien, welche unser französischer Unterricht zu befolgen hat.Wollte man nun noch fragen, wie sie sich zu einander zu stellen haben, ob etwa einesvon ihnen in den Vordergrund treten und die anderen sich unterordnen müße, so würdeihm jeder erfahrene Schulmann antworten: Wie alle neben einander bestehen können,da keines das andere ausschlicßt, so darf auch kein einzelnes einseitig hervorgekehrtwerden. Im Gegentheil, unser Lchrverfahren wird stets im Auge behalten, daß allesich gegenseitig wirksam durchdringen und heilsam beschränken und so in harmonischemGleichmaß auf den Schüler cinwirken. So kann man auch für den französischenUnterricht unumstößlich zeigen, daß er dem gymnasialen Sprachunterricht nicht unebcn-bürtig, sondern in Wahrheit ein gediegenes, tiefgreifendes und allscitiges Bildungs-mittel ist.
IV. Besondere Methodik des französischen Unterrichts.
Dieselbe erstreckt sich über folgende Puncte: 1) Aussprache, 2) Lesen, 3) Tictirt-schreibcn, 4) Memcriren, 5) Grammatik, 6) Lectüre, 7) Componircn, 8) MündlicheHebungen. Um aber in all diesen Stücken die einzelnen Ziele und Wege um so gewißcrfinden zu können, wurde in den einschlagendcn Fragen so viel als möglich von denjetzt gebräuchlichen Lehrmitteln abgesehen; gleichwohl wird man finden, daß dadurchkeiner der Lehrgänge zu einer idealen Construction geworden ist.
Die Aussprache.
Von der Aussprache des Französischen haben unsere Schulmänner lange Zeit nichtanders als gering gedacht; niemand hat, und wäre es auch nur aus bloßem Gegensatzzum abschätzig behandelten Llnitro cke laiiAne gewesen, von einem sorgfältigen Erlernen,von einer methodischen Behandlung der Aussprache viel wissen wollen. Man hat wohl