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Elementarschule.
läge alles Unterrichts die Sprache, weil sowohl das Geistige als das L-innliche erstin ihr ein Leben findet, und weil alles andere, was zu lehren ist, erst dadurch lehr-bar wird, daß es iu der Sprache einen verständlichen Ausdruck gewinnt. In dieseGruppe gehören die Sprechübungen, das Lesen und Schreiben. Was sodann diezweite Gruppe betrifft, so sind die Verhältnisse der Raumgrößcn doch wieder nur mitHülfe der Zahlcngrößen aufzufasscn und die Zahl als das Maß aller Dinge ist darumder elementarere Stoff. Das Gcmüthsleben aber läßt auf der ersten Stufe eineSonderung der religiösen und sittlichen Empfindung so wenig zu, daß vielmehr einedie andere in jedem Augenblicke muß erzeugen helfen, und was sich für die Geschmacks-bildung in den ersten Stadien der Erziehung thun läßt, beschränkt sich auf eine solcheVorbereitung derselben, die ganz in den Dienst anderer Hebungen, der Sprache undder Religion, treten muß und eine selbständige Berücksichtigung noch wenig oder garnicht finden kann. So kommen wir von dem ausgestellten Begriffe der pädagogischenElemente auf die Dreizahl: Sprache — Rechnen — Religion, als auf die-jenigen Unterrichtsstoffe, in denen die allgemeinsten und nothwendigstcn Lebensrich-tungen des Menschen vorbereitet werden.
Pestalozzi's Schema für die Untcrrichtselemente: „Wort, Zahl und Form"ist aus der Einseitigkeit seiner Zeit erwachsen, welche die Bildung des Menschen vor-zugsweise in der Entwicklung der intcllcctuellen Anlagen suchte. Seitdem hat sichaber die Erziehungswissenschaft auf einen höheren Standpunct erhoben, sie bewachtetden ganzen und wirklichen Menschen, wie er unter den realen Bedingungen desLebens, im lebendigen Zusammenhänge mit der Familie, dem Staate und der Kirche,denen er angchört, im Lichte des göttlichen Wortes und infolge seiner geschichtlichenEntwicklung erscheint, als ihr Object, — und stellt daher jenen Elementen, die nurauf die intellektuelle Ausbildung berechnet waren, auch die sittlich-religiösen Elemente,in denen die menschliche Persönlichkeit sich erst ganz in ihrem Elemente fühltund weiß, als gleichberechtigt zur Seite. Das Interesse für die gemüthbildendcnStoffe zeigt sich sogar gegenwärtig fast lebendiger, als das für die intellectuellen. DasVerdienst, die Aufgabe alles Unterrichts aus der höchsten Aufgabe des gottebenbild-lichen Menschen überhaupt abzulcitcn, hat Graser in seinem grundlegenden Werke„Divinität oder das Princip der einzig wahren Menschenerziehung" (1811) sich er-worben. Er ist auch der erste, welcher die Frage nach den nothwendigen Unterrichts-stoffen von allgemeinem Standpuncte aus einer gründlichen Untersuchung in seiner„Elementarschule fürs Leben in ihrer Grundlage" unterzogen hat. Er bezeichnetNaturlehre, Mcnschenlehre und Gotteslehre — diese drei, aber dieselben in innigerVerbindung untereinander — als die nothwendigen Stoffe des Unterrichts, und ver-urteilt ebenso sehr die Elementarschule, welche nichts als Lesen, Schreiben und Rech-nen und ein todtcs, angelerntes „Christentum in tausend Sprüchen" dem Menschendarbietet, als diejenigen gehobenen Volksschulen, welche unter der Firma von gemein-nützigen Kenntnissen eine profane Naturanschauung verbreiten, durch welche der inder Natur waltende Gottesgeist nie erkannt werden könne. Aber es begegnet demehrwürdigen katholischen Pädagogen, der von so ernsten Principien ausgeht, dasMenschliche, daß er mit seiner bizarren Anschlicßung an die verschiedenen Formen desbürgerlichen und menschlichen Lebens überhaupt, mit seinen besondern Stufen desUnterrichts für das Familienleben — für die Gemeinde — für den Gerichtsbezirk —für die Provinz — für den Staat — für den Staatenbund — für die Menschheit —für das Reich Gottes rc. einem äußern Schematismus verfällt, welcher den Begriffder Elementarschule, die, wie oben gezeigt, aller berufsmäßigen Bildung Vorarbeitensoll, wieder aufhebt. — Halten wir dagegen an unserer Dreitheilung: Religion,Sprache (— Sprechen — Lesen — Schreiben —) und Rechnen (Formenlehre) alsden wesentlichen Stoffen des Elementarunterrichts fest, so stellt sich an ihnen bereitsin der Elementarschule das Ideal allgemeiner Menschenbildung dar: die höchste Be-stimmung des Menschen ist durch seine religiöse Entwicklung, sein Verhältnis zurMenschheit durch die sprachliche Bildung, sein Verhältnis zur Natur durch das Rech-nen, die Grundlage aller Naturwissenschaft, bedingt. Freilich wird und kann derSchwerpunkt das einemal dahin, das anderemal dorthin fallen: in der Volksschulewird der religiöse Unterricht, in der gelehrten Schule die sprachliche, in der Real-
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