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Der Hubertusburger Friede : nach archivalischen Quellen
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Russische Vermittlungsversuche.

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den Verhandlungen beitrete, werde sie aus Dankbarkeit das Interessedes Königs zu ihrem eigenen machen und gern die Garantie desFriedens übernehmen, worin nach seiner Ueberzengnng das einzigeMittel liege, demselben Sicherheit und Dauer zu verleihen.

Graf Finckenstein gab dem eifrigen Diplomaten zu bedenken,daß der König bereits sehr viel gethan habe, und mehr, als manvon dem aufrichtigsten Freunde erwarten könne, denn der WienerHof habe das absoluteste Geheimniß verlangt; er zweifle jedochnicht, daß derselbe die gegenwärtigen Eröffnungen mit dem vollenInteresse ausnehmen werde, welches sie verdienten, da sie demselbeneinen neuen Beweis von den Gesinnungen gäben, welche der Fürstwährend der ganzen Dauer seines jetzigen Amtes dargelegt.

Letzterer erneuerte sein Anliegen, indem er den Grafen bat,er möge dem König über diese Unterhaltung Bericht erstatten,und legte überhaupt einen solchen Nachdruck auf die ganze An-gelegenheit, daß Graf Finckenstein leicht einsah, wie sehr derWunsch, als Friedensvermittlcrin aufzntreten, der Kaiserin amHerzen lag, und baß diejenige Macht, welche derselben diesenVorschlag zuerst cntgegentrage, unfehlbar ihre volle Gunst erwerbenwürde, während sie dagegen empfindlich verletzt sein werbe, wennman sie bei dieser Veranlassung übergehe U.

Wie richtig diese Auffassung war, sollte Graf Finckensteinschon nach einigen Tagen erfahren und dabei zugleich die Be-merkung machen, daß von Seiten Rußlands schon früher ein ähn-licher Schritt in Wien versucht worden. Denn über Kopenhagenerfuhr er, baß der Wiener Hof das directe Anerbieten einer Ver-mittlung, welches von der Kaiserin von Rußland ausgegangen,aus höfliche Art abgelehnt habe; die Antwort drücke die Genug-thuung aus, welche das Anerbieten hervorgerufen, zugleich aberauch die Besvrgniß, daß die große Entfernung Rußlands sich als

>) Bericht des Grafen Finckenstein an den König vom 2. Januar 1763.

Bcaulieu-Marconnay. Der HudertSburger Friede. 12