138
Schlußverhmidtungeil.
das letzte Anerbieten wegen der Rückgabe von Glatz ohne Festungs-werke, auf die llnwahrscheinlichkeit, daß preußischerseits hieraufeingegangen werden könne, und auf das Elend der sächsischenLande, deren völlige Verwüstung mit allen Mitteln vermieden wer-den müsse; von sächsischer Seite habe man deshalb ein Friedens-project übergeben und müsse jetzt den österreichischen Bevollmäch-tigten ans das angelegentlichste ersuchen, wenn er noch etwas mehrthun könne, solches zur Erlösung Sachsens nicht zu verhalten.
Collenbach erklärte nun, nach vorausgegangener längerer Dis-cussion mit dem preußischen Gesandten, daß sein Hof hinsichtlichGlatz dem Verlangen des Königs von Preußen nachgeben wolle,jedoch unter der ausdrücklichen Bedingung, daß Letzterer dagegendie österreichischen Bedingungen in Betreff des Artikels über dieHandelsverhältnisse annehme.
Diese Erklärung nahm er jedoch nach der Sitzung wiederzurück. Er kam in größter Bestürzung zu Herrn von Hertzbergund sagte ihm: er müsse „seine Großmnth und Religion" an-slehen; er habe sich mit seiner Erklärung übereilt; seine Instructionerlaube ihm nur, auf Glatz zu verzichten in ensu possimo undunter der Bedingung, daß der Friede dann sofort unterzeichnetwerde; der Baron Fritsch habe ihm die Erklärung durch un-gestümes Drängen abgcpreßt; wenn sein Hof davon Kenntniß er-halte, wäre er ein verlorener Mann; er habe eine große Familieund beschwöre Hertzberg, ihn aus dieser peinlichen Lage zu befreien.„II etoit plus mort csue vis," schreibt Hcrtzberg. Dieser wardvon dem Zustande des armen Mannes gerührt und ließ Herrnvon Fritsch herbeiholen ^). Letzterem gegenüber bestand Collenbachangelegentlich darauf, in der heutigen Konferenz wegen der Rück-gabe von Glatz mit Befestigungen und Artillerie nicht einmalstillschweigend etwas zngestanden zu haben. Man kam denn auch
) Privatniederschrift Hertzbergs zu seinem Berichte vom 30. Januar 1783.