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Der Hubertusburger Friede : nach archivalischen Quellen
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Von Dresden bis Wermsdvrf.

müsse; auf eine solche Art sich zu erniedrigen, sei man aber durch-aus nicht gemeint; so gern und aufrichtig man zu allem die Handbiete, was zur Beschleunigung und Beförderung des Friedensdienen könne, und man zu dem Ende auch nicht einmal einenvon Preußen besetzten dritten Ort, z. B. Großenhain, ausschlagenwolle, so werde man doch an den Ort, wo der König sich inPerson aushalte, den kaiserlichen Bevollmächtigten nun und nimmer-mehr absenden, und wenn sich auch das ganze Geschäft darüberzerschlagen sollte; es werde sich zeigen, daß der König von Preußenin einem großen Jrrthum befangen sei, wenn er glaube, daß dieUmstände dazu zwängen, von ihm Gesetze anznnehmen und denFrieden zu erkaufen*).

Der drohende Sturm brach wirklich los, als aus Dresdendie nnvermuthete Nachricht cinlief, daß Herr von Cvllenbach, ohnedie Antwort auf seine Anfrage abznwarten, mit dem Baron Fritschnach Leipzig abgerciset sei.Wenn ich die hiesigen Minister je-mahlen betreten und aufgebracht gesehen, war es diesmal," schreibtder sächsische Gesandtes. Es ward denn auch sofort durch einenCourier geantwortet, daß die Würde und Anständigkeit des kaiser-lichen Hofes durchaus nicht gestatte, auf den preußischen Vorschlageinzugehen, und daß man äußersten Falles lieber die ganze Unter-handlung sich zerschlagen lassen, als dazu sich bequemen werde;Cvllenbach habe also zu declariren, daß sein Hof seine Reise nachLeipzig desavonire. Graf Flemming suchte die erregten Ge-müthcr zu besänftigen, und hoffte in diesem Bestreben durch den

>) Der Wiener Hof hatte im Jahre 1742 kein Bedenken getragen, seinenFrieden mit Preußen in dem königlich preußischen Hauptquartier zu Breslauunterhandeln zu lassen, und im Jahre 1745 nahm man eben so wenig An-stand, zn gleichem Behufs den Wirklichen Geheimen Rath, obersten Kanzler desKönigreichs Böhmen, Ritter des goldenen Vließes, Grafen von Harrach, nachDresden, wo damals das königlich preußische Hauptquartier war, abzuschicken. Bericht von Fritsch vom 23. Febr. 1763.

-) Bericht des Grafen Flemming vom 26. Dec. 1762.